Samstag, 12. September 2020

Tannauer Handball-Legende hängt ihre Schuhe für immer an den Nagel

Obereisenbach - Es sind wahrlich große Fußstapfen, die eine mögliche neue Nummer 9 des SV Tannau ab der kommenden Spielzeit 2020/21 zu tragen haben wird. Denn die langjährige Besitzerin dieses Trikots wird ihre aktive Karriere nach dieser Spielzeit beenden: Ulrike - genannt "Ul" - Ibele (Foto: tom) macht Schluss mit diesem von ihr so geliebten Hallensport. Ein Portrait.

Im zarten Alter von gerade einmal acht Jahren entdeckte die kleine Ulrike den Handballsport für sich und wuchs dabei nicht nur körperlich, sondern auch im Laufe der Jahre mit den auf sie zukommenden Aufgaben. "Sie hat es mit viel Herzblut und Leidenschaft immer verstanden, über all die Jahre ihre Mitspielerinnen zu motivieren und in ihren Bann zu ziehen", sagt Mitspielerin Susann Hampe. 

Seit 1996 war "Ul" Ibele nahezu ohne Unterbrechung im rechten Rückraum des Tannauer Handballteams Zuhause und Wochenende für Wochenende in den Hallen des Bezirks in Oberschwaben, am Bodensee und bis hinüber nach Vorarlberg unterwegs. Insgesamt bestritt sie bis zum Corona-bedingten Saisonabbruch Mitte März nicht weniger als 384 Begegnungen für ihren Verein, der seine Heimspiele inzwischen in der Mehrzweckhalle in Obereisenbach austrägt. 

Und - das ist mittlerweile klar - das Tannauer Urgestein durfte mit ihren Mädels einen weiteren Aufstieg feiern, weil man aufgrund des Saisonabbruchs als Zweiter der Bezirksklasse in die Bezirksliga aufrücken darf. Und: 2003 war "Uli" - wie sie auch genannt wird - mit ihrer damaligen Mannschaft sogar in der Landesliga auf Tore- und Punktejagd. 

"Sie hat es immer verstanden, ihre Mitspielerinnen mit ihrer offenen und ehrlichen Art zu pushen", erklärt Heidi Sprenger, eine weitere langjährige Weggefährtin sowie Mitspielerin, und ergänzt: "Wenn sie sagte, dass wir nun alle den Fisch aus dem A..., sagen wir lieber Allerwertesten, nehmen sollen und den Gegner jetzt an die Wand spielen, dann waren wir optimal auf jedes Spiel vorbereitet." 

Auch als langjährige Jugendtrainerin, die so manche Mitspielerin von heute formte, war Uli Ibele erfolgreich, ist darüber hinaus in der Tannauer Vorstandschaft oder dem Gesamtverein aktiv und zählt dort als gefragte Ratgeberin, die auch abseits der Platte für den Spaß und den Zusammenhalt beim SV Tannau sorgt, was sich auf so mancher Weihnachtsfeier oder bei einigen Hüttenaufenthalten wiederspiegelte, auf denen sie als Sängerin und Schauspielerin glänzte. 

Und selbst dann, wenn es sportlich mal nicht so gut lief, war es die Neu-Ruheständlerin, die dennoch positiv gestimmt blieb, wenn sie betonte: "Wir haben zwar keine Punkte geholt, aber die Stimmung ist ok." In ihrer letzten Hallenrunde war ihrem SV Tannau schon vor den eigentlich noch geplanten Spieltagen der zweite Tabellenplatz in der Bezirksklasse nicht mehr zu nehmen. 

"Mit 40-ge spiel i sicher nemme", erzählte sie einst. Ja, und diese "Drohung" macht sie nun tatsächlich wahr. "Wir wünschen ihr von Herzen alles erdenklich Gute. Allen voran Gesundheit, Glück und Zufriedenheit im wohlverdienten Handball-Ruhestand", stellen Susi Hampe und Heidi Sprenger im Namen der gesamten Mannschaft klar. "Sollte sie mit der vielen Freizeit nicht klar kommen, weiß sie ja, wo sie uns findet." Schließlich steckt der SV Tannau längst in der Saisonvorbereitung auf die Bezirksliga.

Donnerstag, 30. Juli 2020

Eine gute Idee lebt wieder - zumindest online!

Bad Waldsee - Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. So oder so ähnlich dürfte es so Manchem in diesen Stunden ergehen, wenn er an das "Wochenblatt" denkt. Denn das gerade erst als insolvent abgewickelte Unternehmen - die Unabhängiges Wochenblatt GmbH aus Ravensburg - ist "zurück" - also die Idee - und zwar mit neuem Namen, einem anderen Dienstsitz sowie ohne Printprodukt(e).

Nach dem letzten Restart im Frühjahr 2018 seit der ersten Insolvenz war es der "Unabhängiges Wochenblatt GmbH" mit Stammsitz im Gewerbegebiet Erlen bei Ravensburg seit Anfang des Jahres immer schlechter ergangen. Die Umsätze brachen insbesondere durch die Corona-Pandemie ein, Mitarbeiter gingen von Bord und (Stamm)Kunden vertrauten sich lieber anderen Medien an.

Außerdem brachte das selbst auferlegtes Schutzschirmverfahren im März für Geschäftsführer Sven Jetter und seine Belegschaft nicht den erhofften "Turnaround" mit sich, sodass in der letzten Maiwoche letztmals eine Ausgabe erschien und alle Mitarbeiter wegen Zahlungsunfähigkeit ihre Arbeit verloren. 

Nun ist das "Wochenblatt" wieder da - aber unter neuem Namen, an einem anderen Stammsitz und mit einer ganz neuen Ausrichtung. Denn der nun unter "Wochenblatt-online Karin Boukaboub, Michael Conzelmann, Oliver Hofmann GbR" fungierende Zusammenschluss von Freelancern mit Sitz in Bad Waldsee hat unter www.wochenblatt-online.de eine neue Plattform geschaffen, die kostenlose Nachrichten ohne Abo-Abschluss anbietet.

Die Betreiber bieten auf ihrer Website und den gleichnamigen Social-Media-Kanälen bei Facebook und auf Instagram fortan Aktuelles aus dem Allgäu, vom Bodensee, aus Oberschwaben und aus den Landkreisen Biberach und Sigmaringen an. Um sich zu (re)finanzieren, arbeitet das Portal mit Werbeflächen, die zu verschiedenen Größen gebucht werden können.

Interessierte bekommen weitere Informationen auf der Website oder per E-Mail unter: info@wochenblatt-online.de