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Dienstag, 29. April 2025

Der Fußball, wie wir ihn kennen und lieben?!

Hamburg - Pünktlich zum Saisonendspurt bei den Profis, aber insbesondere auch bei den Amateuren, hat Thomas Schlichte, 1982 geborener Autor aus Friedrichshafen am Bodensee, ein weiteres Buch veröffentlicht. Die Idee entstand beim gemeinsamen Sportplatzbesuch mit Freunden.

 

"Ey, Schiri, Ey!" (Foto: BOD) nimmt dabei das Geschehen auf und abseits des Platzes im regionalen Fußball nicht ganz ernst gemeint unter die Lupe. Das 32-Seiten-starke Büchlein, das es auch als E-Book gibt, soll zum Schmunzeln anregen oder als kleine Erinnerung an die eigene Fußballzeit dienen. 

Der Fußball ist ein Sport, der uns von Kindesbeinen an intensiv begleitet. Sei es aktiv mit dem ersten Schussversuch, dem einen oder anderen Dribbling sowie der ersten Anmeldung im nahegelegenen Sportverein. Später aber auch als reiner Fan, bloßer Tribünengast oder spontaner Zuschauer. 

Aber stets total mittendrin. Zwischen den ehemaligen Legenden und den neuen Stars des Vereins. Oder auch unter denjenigen, die sich dafür halten beziehungsweise gehalten haben. Ja, dieses nicht ganz so ernst gemeinte Buch beschreibt den "typischen" Alltag im hiesigen Amateurfußball in all seinen Facetten...

Sonntag, 31. Oktober 2021

Erste MTG-Herrenmannschaft hat das Nachsehen

Wangen - Die Herren I der MTG Wangen haben in einer mit gut 500 Zuschauern gut gefüllten Argensporthalle nicht an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen können und verloren ihr Heimspiel in der Handball-Verbandsliga (Staffel II) gegen den TV Altenstadt am Ende mit 22:26 (Foto: Verein).

 
 
Über die komplette Spielzeit fehlte der MTG im Angriff die Durchschlagskraft. Die Abschlüsse waren - laut Vereinsmitteilung - zu harmlos und fanden oft im überragenden Gästetorhüter Ionut Torica einen dankbaren Abnehmer.

Die Defensive um die gut aufgelegten MTG-Torhüter Mika Jaeschke und Sebastian Nerger stand zwar ordentlich, doch konnte TVA-Spielmacher Simon Knosp oft zu ungehindert das Spiel der Gäste aufziehen.

Lediglich Mitte der ersten Halbzeit keimte bei den Wangener Fans Hoffnung auf, als das eigene Team durch schnelle Tore über die Außenposition mit zwei Toren in Führung gehen sollten. Dies sollte - so die MTG weiter - die erste und letzte Führung im Spiel gewesen sein.

Die zweite Halbzeit war geprägt von überhasteten Abschlüssen der MTG und tollen Paraden des Gästetorhüters, der sich nach dem Schlusspfiff des gut leitenden Schiedsrichtergespanns Sauer / Ströh von seinen Mitspielern feiern ließ.

Auf Seiten der MTG hofft man kommenden Samstag 6. November, im Bezirksduell beim TV Gerhausen auf eine Reaktion des Teams (Anwurf 20.30 Uhr). Zum nächsten Heimspiel empfängt die MTG in zwei Wochen den TSV Denkendorf.

Nach dem 24:19-Auswärtssieg in Weingarten am Freitagabend, landete die erste Damenmannschaft der MTG keine 24 Stunden später vor heimischem Publikum einen 36:18-Erfolg gegen die SG Burlafingen / PSV Ulm und steht nun mit 6:4-Punkten auf dem 3. Tabellenplatz der Verbandsliga (Staffel II).

In der Handball-Bezirksklasse sorgt die MTG III als Aufsteiger weiter für Furore und steht nach fünf Siegen ungeschlagen an der Spitze. Am Samstag hatte die SG Burlafingen / PSV Ulm beim 31:38 das Nachsehen gegen die aus jungen Top-Talenten und „alten Hasen“ bestens bestückten Kader der MTG.

Den kompletten Spielfilm der Niederlage gegen Altenstadt mit beiden Aufstellungen und allen Torschützen kann man unter https://bit.ly/2ZJnLFu nachverfolgen.

Mittwoch, 17. Juni 2020

SV Tannau darf den Aufstieg in die Bezirksliga feiern!

Obereisenbach - Die Handballerinnen des SV Tannau haben für eine gute Saison, die aufgrund der Coroba-Pandemie vorzeitig abgebrochen wurde, nun die erhoffte Belohnung bekommen. Denn die Mannschaft von Trainerin Andrea Vogel steigt als Tabellenzweiter der Bezirksklasse auf (Foto: Verein).


Fortan ist Tannau wieder in der Bezirksliga unterwegs, was den SVT-Damen letztmals 2014 gelungen war. "Durch den Aufstieg erhoffen wir uns viele Zuschauer bei spannenden Heimspielen und freuen uns über neue Gesichter sowohl in der Damenmannschaft als auch vor allem in der Jugend", sagt Andrea Vogel.

Kaum hatte der Handballverband Württemberg (HVW) den Verein über den Aufstieg informiert, stürzten sich die Spielerinnen voller Vorfreude in die Vorbereitungen auf die neue Herausforderung. Nachdem sich die SVT-Handballerinnen in den vergangenen Wochen anhand von individuellen Trainingsplänen selbst fit gehalten haben, hoffen sie schon bald - zumindest in Kleingruppen - wieder in ihrem Wohnzimmer, der Mehrzweckhalle in Obereisenbach, am nötigen Feinschliff arbeiten zu können.

Da die Vorbereitung wohl nicht - wie gewohnt - überwiegend in der Halle stattfinden kann, möchte man die Trainingsgestaltung breiter aufstellen und verschiedene Bausteine wie Trainingslager in der eigenen Halle oder Einheiten im Fitnessstudio "CrossFit Friedrichshafen" mit einbauen.

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich meine Mannschaft in der Bezirksliga behaupten kann", stellt Trainerin Vogel klar. "Das Team hat großes Potenzial, das gefördert werden muss." Dass das nicht an den Haaren herbeigezogen ist, beweist die Tatsache, dass sich Tannau bis zum Saisonabbruch ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der MTG Wangen II auf den ersten beiden Plätzen lieferte.

"Meine Mädels sind sehr motiviert, die Trainingsbeteiligung ist toll und es macht viel Spaß", erklärt Andrea Vogel, die das Team erst vor Rundenbeginn übernahm, nicht ohne Stolz. "Und ich bin dankbar, dass wir mit Heller Schreinerei-Montagebau einen neuen Sponsor gewonnen haben."

Donnerstag, 13. Juni 2019

Vierfacher Hohmann schießt VfB in Runde zwei

Ravensburg - Der VfB Friedrichshafen hat sich in der Aufstiegsrelegation zur Fußball-Verbandsliga für die zweite Runde qualifiziert. Im Duell der Landesligisten mit dem SV Böblingen steckten die Jungs vom Bodensee auf dem Sportgelände des TSB Ravensburg sogar einen 0:2-Rückstand weg (Foto: TS).


Dieser war mehr als glücklich zustande gekommen, da eigentlich die "Gastgeber" vor rund 600 Zuschauern das aktivere Team gewesen waren. In Minute 43 erwischte Fabian Schragner VfB-Keeper Heiko Holzbaur aus der Distanz auf dem falschen Fuß, weil weder er noch seine Verteidigung mit einem Schuss rechneten. Kaum war die Partie nach dem Seitenwechsel wieder angepfiffen, erhöhte Semih Emirzeoglu auf 2:0.

Auch dieser Treffer war mehr als glücklich gefallen, weil die Häfler noch gar nicht richtig auf dem Platz gewesen waren und die Kugel schlicht und einfach gar nicht aus der Gefahrenzone bekamen. Zudem wurde das Spielgerät auf dem Weg hinter die Linie erst einmal abgeblockt und dann auch noch zweimal abgefälscht.

Andreas Köster, Friedrichshafens Sportbürgermeister, saß zu diesem Zeitpunkt bei herrlichem Sonnenschein ganz alleine auf einer Treppe in der Kurve und tippte auf seinem Mobiltelefon herum. Er war zu diesem Zeitpunkt des Relegations-Duells wohl nicht der Einzige gewesen, der nicht mehr so richtig an die Mannschaft von VfB-Spielertrainer Daniel Di Leo glaubte.

Doch die Häfler kamen zurück - und wie. Nach einer zu kurzen Rückgabe auf den Gäste-Keeper aus Böblingen roch Landesliga-Torjäger Sascha Hohmann den Braten und verkürzte in Minute 61 auf 1:2. Fortan spielte nur noch eine Mannschaft, nämlich die aus der Zeppelinstadt. Di Leo änderte die Grundordnung, ließ in Absprache mit Assistent Giovanni Rizzo viel offensiver agieren und wechselte sich darüber hinaus selbst ein. 

Elf Minuten später war es abermals Hohmann, der einen schön vorgetragenen Angriff zum 2:2-Ausgleich über die Linie bugsierte. In den Schlussminuten hatten beide Kontrahenten die Entscheidung auf dem Fuß - doch es sollte in die Verlängerung gehen. In dieser machte Hohmann mit zwei weiteren Treffern (94., 115.) den Sack zu, während der SVB sogar noch eine Rote Karte kassierte.

Doch der anschließenden Freistoß nach Notbremse brachte nichts mehr ein, sodass sich der VfB Friedrichshafen von seinem mitgereisten Anhang um die "Häfler Jungs" feiern lassen durfte. Am Sonntag, 16. Juni, geht's um 15 Uhr nun gegen den TSV Heimerdingen in Baindt weiter.

Montag, 28. Januar 2019

Längst noch nicht alles Gold, was glänzt!

München - Der FC Bayern München hat mit einem 4:1-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart seine Ansprüche untermauert, weiterhin Druck auf Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund auszuüben. Dabei offenbarte der deutsche Rekordmeister phasenweise eklatante Abwehrschwächen.


Es war die Phase nach dem Stuttgarter Ausgleich durch ein echtes Traumtor von Anastasios Donis, als die Bayern vor ausverkauftem Haus im Münchner Norden zu schwimmen begannen. Vereinzelte Pfiffe waren im weiten rund der 75.000 Zuschauer zu hören. Dabei hatten die Bayern stark begonnen.

Thiago erzielte bereits nach fünf Minuten die Führung für den Gastgeber, der weiterhin Druck auf die Stuttgarter Defensive ausübte, jedoch das Ausbauen des Vorsprungs verpassten. Nach Donis Treffer (26.) war der Offensivdrang der Kovac-Elf nicht mehr vorhanden - das 1:1 zur Pause recht schmeichelhaft für den Favoriten von der Isar, dessen Bosse mit ernsten Gesichtern im VIP-Raum verschwanden.

Nach dem Seitenwechsel kam Serge Gnabry für Javi Martinez in die Partie und die FCB-Stars hatten plötzlich wieder mehr Lust und Schwung, ihrem Anhang Freude zu bereiten. Während Gnabry und Kingsley Coman die Flügel beackerten, wechselte FCB-Urgestein Thomas Müller in die Zentrale hinter Stoßstürmer Robert Lewandowski.

Gnabry war es auch, der mit tatkräftiger Unterstützung von VfB-Kapitän Christian Gentner auf 2:1 stellte (55.), bevor Leon Goretzka von einem Patzer durch Schwaben-Keeper Ron-Robert Zieler profitierte und zum 3:1 einnickte (71.). In der 65. Minute setzte Lewandowski einen Elfer ans Aluminium.

In der 84. Minute machte es der Torjäger aus Polen mit einer schönen Einzelaktion dann aber besser, als er Zieler umkurvte und für den 4:1-Endstand verantwortlich war. Hinterher waren Teile des Bayern-Anhangs erleichtert, dass alle drei Punkte in Fröttmaning geblieben waren. Es sieht wohl so aus, als wäre Müller zentral eben besser aufgehoben als auf der rechten Außenbahn. 

Mit einer sehenswerten Choreographie gedachte die Südkurve vor dem Anpfiff Ex-Präsident Kurt Landauer (Foto: TS), der jüdischen Ursprungs gewesen und vor dem NS-Regime einst in die Schweiz geflüchtet war. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Landauer ein drittes Mal Vorsitzender der Bayern.

Montag, 6. August 2018

Kovac feiert erfolgreiche Heimpremiere in roter Arena

München - Der FC Bayern München hat das Testspiel gegen Manchester United am Sonntagabend bei hochsommerlichen Temperaturen für sich entscheiden können. Dabei bewiesen die Hausherren beim Heimdebüt ihres neuen Trainers Niko Kovac nicht immer einen kühlen Kopf.
 
Vor 75.000 Zuschauern in der - natürlich - ausverkauften Allianz Arena (Foto: TS) glückte dem Spanier Javi Martinez das goldene Tor zum verdienten 1:0-Erfolg, der sogar höher hätte ausfallen können. Insbesondere Neuzugang Serge Gnabry und die beiden Routiniers, Franck Ribery und Arjen Robben, setzten in der Offensive die Akzente.
 
Dass es beiden Trainern - Kovac und Jose Mourinho - in diesem Duell um mehr ging, als nur gemächlichen Sommerfußball, bewiesen schon die Aufstellungen. Insbesondere die Startelf des Gastgebers glich einer Champions-League-Partie. Entsprechend motiviert ging der FCB das Duell, in der nun in roten Farben lackierten Spielstätte, an.
 
Auf der Gegenseite waren die Gäste von der britischen Insel eher auf Spielkontrolle aus - es galt, defensiv gut zu stehen und auf mögliche Fehler der Bayern zu lauern. Das gelang jedoch nur phasenweise, weil sich Gnabry mit Tempo und Robben mit Wucht immer wieder in Richtung David de Gea aufmachten.
 
Im zweiten Durchgang wechselten beide Übungsleiter mächtig durch. Man hatte sich auf insgesamt elf Spielertauschoptionen verständigt. Die Tatsache, dass der FC Bayern zu Beginn der zweiten Hälfte Leon Goretzka, Robert Lewandowski und Jerome Boateng auf einmal brachte, ließ aufhorchen.

Sonntag, 18. Mai 2014

Der FC Bayern München holt sich sein 10. Double

Berlin - Der FC Bayern München hat das 10. Double aus Meisterschaft und Pokalsieg perfekt gemacht (Foto: dpa). Vor ausverkauftem Haus im Berliner Olympiastadion schlug der deutsche Rekordmeister Borussia Dortmund nach Verlängerung mit 2:0. Und das sicherlich nicht unverdient – trotz des nicht gegebenen Tores in der 64. Minute.


Denn in dieser besagten Szene köpfte BVB-Verteidiger Mats Hummels aus leicht abseitsverdächtiger Position in Richtung Tor. Dort drosch Bayerns Abwehrchef Dante die runde Plastikkugel mit dem linken Fuß zurück ins Spielfeld. Dass der rechte Fuß des Brasilianers dabei genau auf der Linie stand, spricht für die Tatsache, dass der Ball drin war.

Nach kurzem Blickkontakt mit seinem Assistenten ließ Schiedsrichter Florian Meyer das brisante Duell weiterlaufen. Eine korrekte Entscheidung, da sich beide Männer in Schwarz nicht sicher waren, ob das Spielgerät tatsächlich hinter der Linie gewesen war. Dass hinterher davon geredet wird, der Linienrichter habe hingegen „Tor“ angezeigt, ist eine Mär.

Denn dann hätte Meyers Assistent nicht nur mit dem linken Arm in Richtung Mittellinie zeigen, sondern sofort auch dort hinlaufen und zudem mit Rechts mit der Fahne winken müssen. So deutete der Mann am Spielfeldrand lediglich „weiterspielen“ an. Diese Geste sorgte hinterher in der Pressekonferenz für leichte Verwirrung, selbst so mancher Journalist scheint die FIFA-Regel(n) nicht (wirklich) zu kennen.

In der Verlängerung war es dann der FC Bayern, der trotz einiger Wadenkrämpfe und einem leicht angeschlagenen Schlussmann (Manuel Neuer musste an der Schulter behandelt werden), näher am Sieg dran gewesen war. Nach einem zu kurzen Abwurf von BVB-Keeper Roman Weidenfeller, schaltete der FCB schneller. Mal wieder schlug Arjen Robben in der 107. Minute zu, bevor sein Mitspieler Thomas Müller den Sack zumachte (120.+3).

Donnerstag, 17. April 2014

Zoller trifft - FCK geht dennoch mit 1:5 unter

München - Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern hat im DFB-Pokal-Halbfinale beim FC Bayern München nicht wirklich viel zu bestellen gehabt. Denn am Ende gewannen die Hausherren in der bayrischen Landeshauptstadt deutlich mit 5:1. Damit kommt's zum großen Duell mit Borussia Dortmund am 17. Mai im Berliner Olympiastadion.


Zwar erzeugte der Außenseiter um Angreifer Simon Zoller (Foto: Nadia Saini) wesentlich mehr Torgefahr, als es beispielsweise Manchester United in der UEFA Champions League im Münchner Norden unlängst noch getan hatte. Doch mehr als der Anschlusstreffer zum 1:3-Zwischenstand war für die Elf von FCK-Coach Kosta Runjaic nicht drin an diesem Abend. 

Schütze des Ehrentreffers in der 60. Minute war ausgerechnet der 22-jährige Zoller, Stürmer aus Berg bei Friedrichshafen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der FC Bayern die Partie in der mit 71.000 Zuschauern restlos ausverkauften Allianz Arena allerdings längst entschieden. 

Bastian Schweinsteiger (23.), Toni Kroos (32.) und Thomas Müller (50., Foulelfmeter) sorgten für eine Art Vorentscheidung, bevor Mario Mandzukic (78.) und Mario Götze (90.+1) den 5:1-Endstand markierten. Simon Zoller wurde nach 80 Minuten ausgewechselt und tröstete seine Kameraden nach dem Abpfiff als Erster.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Urs Meier: "Einer pfeift eben immer!"

Weingarten - Urs Meier hat mit seinem Vortrag "Zwischen den Fronten. Entscheidungen treffen - Mit Druck umgehen" im Best Western Parkhotel für Begeisterung gesorgt. Der 54-jährige ehemalige FIFA-Schiedsrichter schilderte anhand von Beispielen aus "seinem Sport", wie wichtig es ist, sich schnell beziehungsweise überhaupt festzulegen, oder wie er es auf Schwizzerdütsch nennt: "Einen Entscheid zu treffen."


"Eine gute Entscheidung getroffen" hatten auch die rund 50 Gäste des Abends, die der Referent aus der Schweiz in seinen Vortrag der Reihe "Unternehmen Erfolg" in Kopperation mit Schwäbisch Media miteinbezogen hatte. Immer wieder hielt er Beispiele von internationalen Spielen aus seiner Karriere an und ließ das Publikum "einen Entscheid treffen". Zögerlich gingen die Hände hoch, ob es nun ein Tor war oder nicht. "Soviel Zeit hätten sie im Spiel nicht gehabt", erklärt Meier und grinst.

Der ZDF-Regelexperte lebt inzwischen im südspanischen Marbella, entsprechend braungebrannt kam er daher. Seine Gesichtszüge wirkten entspannt, das Haar saß - wie schon in seiner aktiven Zeit - perfekt und der dunkle Anzug über dem weißen Hemd mit roter Krawatte wirkte ihm auf den gut austrainierten Leib geschneidert. Gut in Form müssen sie auch sein, diese Schiedsrichter. Schließlich laufen sie während eines Spiels bis zu zwölf Kilometer - und das bei einer durchschnittlichen Pulsfrequenz von 160.

In so mancher Partie wäre es nicht so aufregend gewesen, manchmal jedoch viel zu intensiv. Da wurde er auf dem Platz nach angeblichen Fehlentscheidungen belagert oder im Privatleben verfolgt - die englische Presse jagte ihn 2004 bis auf das eigene Firmengelände, Fans bedrohten Freunde und Familienmitglieder. Urs Meier bekam Morddrohungen und über 16.000 Mails, "die mich nicht gerade mit Lob überhäuften".

Es ehrt ihn, dass er selbst in dieser schweren Zeit - Meier hatte England bei der EM ein regelwidriges Tor zurecht aberkannt - nicht zerbrach, mit dem Druck umgegangen ist, eben eine - diese Entscheidung getroffen hat. "Ihr könnt Euch vorstellen, was passiert wäre, wenn Portugal in der Nachspielzeit beim Gegenangriff getroffen hätte." Haben die Portugiesen allerdings nicht, zum Glück. Doch: "Einer pfeift eben immer!"

Samstag, 4. Mai 2013

Von Freundschaftsspiel kann wirklich keine Rede sein!

Dortmund - Das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München hat für einigen Gesprächsstoff und erhitzte Gemüter gesorgt. Dabei war die scheinbar bedeutungslose Partie des 32. Spieltages zum harmlosen Freundschaftsspiel auserkoren worden. Mitnichten, denn beim unter dem Strich gerechten 1:1-Endstand brannte nicht nur auf dem Platz die Luft.
 
 
Auch an der Seitenlinie ging es vor 80.645 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park zwischen den beiden Finalisten der UEFA Champions League hoch her. Besonders die Mitglieder der jeweiligen Betreuerstäbe gerieten heftig aneinander, in der 66. Minute stürmten FCB-Sportvorstand Matthias Sammer und BVB-Coach Jürgen Klopp aufeinander zu. Beide gifteten sich wild gestikulierend an, Stirn an Stirn standen sie aneinander. Zuvor waren bereits mehrere Spieler in eine Rudelbildung geraten.

Grund der Streitigkeiten war der Ellenbogencheck des bereits gelb-verwarnten Brasilianers Rafinha an Dortmunds Jakub "Kuba" Blasczykowski, für den Bayerns Außenverteidiger zurecht des Feldes verwiesen wurde. Fünf Minuten zuvor scheiterte der vom FC Bayern umworbene Robert Lewandowski (Foto: dpa) mit einem fragwürdigen Elfmeter am reaktionsschnellen Manuel Neuer, der auch in der Schlussphase hellwach blieb.
 
Jerome Boateng bekam einen Schuss an die vor der Brust verschränkten Arme (59.), auf der Gegenseite verweigerte der nicht sehr sicher wirkende Schiedsrichter Peter Gagelmann FCB-Spielmacher Claudio Pizarro in der 50. Minute einen Strafstoß, als dieser aus kurzer Distanz regelwidrig am Torerfolg gehindert wurde. Doch auch der Einsatz am kurz darauf verletzt ausgewechselten Ilkay Gündogan (13.) roch nach "Elfer".

In Unterzahl hatte der neue deutsche Meister so seine Schwierigkeiten gegen den siegeshungrigen BVB, der im vermeintlichen Freundschaftsspiel gerade einmal ohne drei Stammkräfte (Hummels, Götze und zunächst Reus) angetreten war. Anders die Bayern, bei denen Leistungsträger wie Schweinsteiger, Lahm, Ribery, Robben und Mandzukic gar nicht erst mitgereist waren - zudem blieb Martinez draußen.

Diese Veränderungen in der bayerischen Stammelf machten sich bemerkbar, die Bayern agierten behäbig und schleppend im Spielaufbau. Speziell Diego Contento war zudem in der Rückwärtsbewegung oft zu langsam - er hatte Kevin Großkreutz öfter aus den Augen verloren. Der tauschte mit "Kuba" immer wieder die Seiten und schoss so freistehend zur Dortmunder Führung ein (11.). Zwölf Minuten später war Mario Gomez ähnlich unbedrängt zur Stelle und glich per Kopf zum späteren 1:1-Endstand aus (23.).

Mittwoch, 24. April 2013

Barca hat den Ball, die Bayern schießen die Tore

München - Mit einer Galavorstellung hat der FC Bayern München dem FC Barcelona im Halbfinal-Hinspiel der UEFA Champions League seine Grenzen aufgezeigt. Am Ende hieß es 4:0 für den neuen deutschen Meister, der sogar noch deutlicher hätte gewinnen können. Und das, obwohl Lionel Messi und Co. in der ausverkauften Allianz Arena deutlich mehr Ballbesitz (66 Prozent) hatten.


68.000 Zuschauer sahen ein unglaublich intensives Spiel an einem denkwürdigen Frühlingsabend, der mit Sicherheit seinen Platz in den Geschichtsbüchern finden wird. Und das auch, weil die Diskussion über Sinn und Unsinn der so genannten Torrichter neu entflammen dürfte. Gleich drei Handelfmeter verwehrte das Gespann aus Ungarn den Hausherren, drückte jedoch auch gegenüber zweimal alle Augen zu.

Denn Mario Gomez, der für den gesperrten Mario Mandzukic stürmte, erzielte seinen Treffer zum 2:0-Zwischenstand (49.) aus abseitsverdächtiger Position, zudem sperrte der überragende Thomas Müller (Foto: dpa) vor dem dritten Treffer durch Arjen Robben in der 73. Minute Jordi Alba aus der Bahn. Ausgleichende Gerechtigkeit könnte man sagen - doch auf diesem Niveau dürfen solche Fehler nicht passieren.

"Nicht passieren" hätte auch besser ein Einsatz von Lionel Messi dürfen, der über die gesamte Spielzeit nicht zu seinem Spiel fand. Man sah dem argentinischen Weltfußballer - bis in die letzte Reihe hoch oben über dem grünen Rasen - an, dass er keinesfalls die nötige Fitness besaß. Gut für Schweinsteiger und Martinez, die Messi sowie die katalanische Schaltzentrale um Xavi und Iniesta im Griff hatten.

"Im Griff" hatten die Gäste aus der spanischen Hafenstadt vor allem einen Mann nicht - Thomas Müller. Der Doppeltorschütze (25., 82.) rannte und ackerte, grätschte oder hakelte - der Außenstürmer der Bayern ging keinem Zweikampf aus dem Weg. Man merkte ihm und seinen Mitspielern an, dass sie in dieser Saison Großes erreichen wollen - und das nicht nur in der Bundesliga oder dem DFB-Pokal.

Mittwoch, 3. April 2013

Nach der Torgala folgt eine defensive Glanzleistung

München - Der FC Bayern München hat sich im Viertelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League gegen Juventus Turin beim 2:0-Erfolg eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Mittwoch erarbeitet. Nach dem frühen 1:0 durch David Alaba (1. Minute) ließ der deutsche Rekordmeister in der Defensive kaum etwas zu, auch wenn Andrea Pirlo bei den Standards immer wieder seine Klasse bewies.


Das gelang auch wieder einmal Bastian Schweinsteiger, der in einem sehr umkämpften sowie körperlich harten Duell gegen die "alte Dame" mit Übersicht, Zweikampfstärke und einer hohen Laufleistung zu überzeugen wusste. Vor 68.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena war er es, der nach einem Fehlpass von Pirlo den Führungstreffer seiner Mannschaft durch den österreichischen Linksfuß (Foto: dpa) einleitete.

In der Folge wehrte sich "Juve" nach Kräften, Spielmacher Pirlo traf mit einem Freistoß aus großer Distanz nach 12 Minuten "nur" das obere Tornetz. Ein erster Warnschuss des Ausnahmekönners, dem über die gesamte Spielzeit weitere folgen sollten - auch nach Eckbällen. Zudem vergab der ständige Unruheherd Arturo Vidal nur Sekunden später eine weitere gute Möglichkeit für die Gäste. Auf der Gegenseite musste der ehemalige Welttorhüter Gianluigi Buffon gleich zweimal gegen den eingewechselten Arjen Robben retten.

Der niederländische Auswahlspieler war bereits in der 13. Minute für Toni Kroos in die Partie gekommen, der sich bei einer Befreiuungsaktion einen Muskelbündelriss im Adduktorenbereich zugezogen hatte. Kroos wird den Bayern mindestens sechs Wochen fehlen. Fehlen werden nächsten Mittwoch auch Arturo Vidal, der sich mehrfach um eine Verwarnung beworben hatte sowie Stephan Lichtsteiner. Vidal, an dem der FC Bayern einst interessiert war, mauserte sich durch seine Aktionen zum absoluten Feind der Zuschauer.

Die kamen aber ansonsten auf ihre Kosten, selbst die italienischen Anhänger stimmten in einem spannenden Spiel immer wieder leidenschaftliche Gesänge an. Für die Entscheidung zum 2:0-Endstand hatte übrigens Thomas Müller nach 63 Minuten gesorgt, als er einen Querpass von Mario Mandzukic verwertete. "Wir haben das Spiel immer kontrolliert", lobte FCB-Coach Jupp Heynckes. "Und das gegen den italienischen Meister."

Mittwoch, 13. März 2013

Wenn es bei der Übermannschaft plötzlich menschelt

München - Der FC Bayern München hat das Viertelfinale der UEFA Champions League erreicht. Trotz einer peinlichen 0:2-Schlappe gegen den FC Arsenal vor 68.000 Zuschauern in der heimischen Allianz Arena schaffte der FC Bayern das Weiterkommen. Die Tore für die "Gunners" erzielten Olivier Giroud nach drei Minuten (Foto: dpa) und Laurent Koscielny (85.).
Dazwischen und danach vergab der deutsche Rekordmeister mitunter beste Einschussmöglichkeiten. Vor allem Arjen Robben und Toni Kroos machten zu wenig aus ihren Chancen, die einzige Sturmspitze Mario Mandzukić fand über 70 Minuten quasi nicht statt. Für ihn wechselte der erstaunlich ruhig bleibende FCB-Coach Jupp Heynckes nach 73 Minuten Mario Goméz ein, der allerdings nur zum Ballhalten auf den Platz kam.

Den Ball gut gehalten beziehungsweise verteilt hat immer wieder Kapitän Philipp Lahm, der in Abwesenheit des verletzten Franck Ribéry sowie des gesperrten Bastian Schweinsteiger zum besten Mann des Abends avancierte. Spätestens als Heynckes beim 0:1-Zwischenstand in der 81. Minute den fast wirkungslosen Kroos gegen Anatoliy Tymoshchuk tauschte, war die Marschrichtung klar. Es galt, den 3:1-Vorsprung aus dem Hinspiel zu halten.

Das gelang nur bedingt, nachdem Koscielny im Strafraumgewühl nach einer Ecke zum Abschluss kam. Das große Zittern begann und die Bayern versuchten, den Ball an der gegnerischen Eckfahne zu halten. Das machten Robben und der phasenweise unglücklich wirkende Thomas Müller hervorragend - es reichte. Doch im Viertelfinale muss sich der Vorjahresfinalist steigern und zwar egal gegen wen. 
"Das kommt dabei raus, wenn man nicht zu 100 Prozent auf dem Platz steht", sagte Philipp Lahm hinterher. "Wir müssen jedes Spiel ernst nehmen, wir sind noch nicht weiter. Wir müssen sehr konzentriert sein - so, als wenn es 0:0 stehen würde." Wer das gesagt hat? Richtig, ebenfalls der rechte Außenverteidiger - allerdings einen Tag vor dem Spiel. Denken und handeln sind eben manchmal zweierlei.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Ein schöner Sieg mit vielen Höhen und wenigen Tiefen

London - Einen Auftakt nach Maß hat der FC Bayern München in die K.O.-Phase der UEFA Champions League gefeiert. Vor 59.974 Zuschauern im ausverkauften Londoner Emirates Stadium schlug der deutsche Rekordmeister den FC Arsenal im Achtelfinal-Hinspiel verdient mit 3:1 (2:0). Lediglich nach dem Anschlusstreffer durch Lukas Podolski nach knapp einer Stunde schwächelten die Bayern etwas.


Und das auch, weil sich der FC Bayern nach der dominanten ersten Hälfte und einer deutlichen 2:0-Führung nach etwas mehr als 20 Minuten - wie schon in der Vergangenheit in der europäischen Königsklasse öfter erlebt - wohl etwas zu sicher fühlte und die "Gunnars" als mental am Boden angesehen hatte. Dabei war es ausgerechnet FCB-Keeper Manuel Neuer, der sich nach einer Ecke einen gedanklichen Aussetzer leistete.

Ob es diesen Eckball - der angeblich keiner war - nach gespielten 55 Minuten hätte geben müssen, das sei einmal dahin gestellt. Fakt ist nur, dass der deutsche Nationaltorwart diesen Ball haben und nicht übermotiviert aus seinem Kasten eilen musste. Das verwirrte seinen Mitspieler David Alaba - der ohnehin einen gebrauchten Tag erwischte - und Bastian Schweinsteiger derart, dass sie sie Podolski gewähren ließen.

Plötzlich wurde aus dem souveränen Vorsprung ein knapper Rückstand und die Gäste von der Isar gerieten an der Themse in Seenot. Dass sie sich nach 73 Minuten wieder fingen, haben sie der Einwechslung von Luiz Gustavo zu verdanken, der den Bayern etwas mehr Stabilität in der Defensive gab. Gustavo kam für Toni Kroos in die Partie, der sein Team mit einem sehenswerten Volley-Aufsetzer zeitig  in Führung brachte (7.).


Kurz vor seiner Auswechslung stolperte Stürmer Mario Mandžukić das Spielgerät irgendwie mit der Hacke ins Tor (77.)  und wurde kurz darauf durch Mario Gomez ersetzt. Mann des Tages war der sehr lauffreudige Flügelspieler Thomas Müller (Foto: dpa) auf der rechten Außenbahn, der in Arjen Robben - nach 63 Minuten für den blassen Franck Ribéry gekommen - immer wieder die Seiten tauschte. Einziger Wermutstropfen ist die dritte "Gelbe" für Schweinsteiger, der für das Rückspiel am 13. März in der Allianz Arena gesperrt ist.

Mittwoch, 13. Februar 2013

Das Spiel der großen Namen endet Remis

Madrid - Die erwartet hart umkämpfte Partie in der UEFA Champions League haben sich die "Königlichen" von Real Madrid CF und das englische Top-Team Manchester United FC geliefert. Am Ende trennten sich die beiden Mitfavoriten auf den Titelgewinn 1:1-Unentschieden. Und das, obwohl die Gastgeber in der Schlussphase noch einmal mächtig Druck machten und teils klarste Chancen vergaben.


Vor 74.000 Zuschauern im ausverkauften Estadio Santiago Bernabeu lieferten sich beide Kontrahenten im Achtelfinal-Hinspiel der europäischen Königsklasse eine Begegnung auf Augenhöhe. Dass ausgerechnet der portugiesische Superstar Cristiano Ronaldo (Foto: dpa), der von 2004 bis 2009 für die "Red Devils" kickte, mit seinem sehenswerten Kopfballtor in der 30. Minute für den späteren Endstand sorgte, passte ins Bild.

Denn, jedes Mal, wenn Ronaldo in Strafraumnähe an den Ball kam, brannte es in der Abwehr von United lichterloh. Weder der Kumpel des Torjägers, Rio Ferdinand, noch seine Nebenleute - Jonny Evans, Rafael da Silva oder Patrice Evra - konnten den Torjäger stoppen. Zudem spielte insbesondere in der zweiten Halbzeit Sami Khedira für die Hausherren groß auf, auch sein Nationalmannschaftskollege Mesut Özil blieb ein ständiger Gefahrenherd in der Elf von Trainer Jose Mourinho.

Dabei gingen zunächst die Mannen von "Sir" Alex Ferguson in Führung, als der englische Auswahlspieler Danny Welbeck eine Unachtsamkeit in der spanischen Defensive zu nutzen wusste (20.). Doch der Rekordsieger der europäischen Königsklasse antwortete und hatte in der Schlussphase sogar den Siegtreffer auf dem Schuh. "Wir werden nach Manchester kommen, um dort zu gewinnen. Es ist noch alles drin. Wir sind gut genug, um auch in Old Trafford Tore zu schießen", betonte Ronaldo. Das ist mal eine Ansage!

Mittwoch, 23. Januar 2013

50 starke Minuten sind leider zehn zu wenig

Saragossa - Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft nach großem Kampf im Viertelfinale ausgeschieden. Gegen Gastgeber und Mitfavorit Spanien unterlag die DHB-Auswahl am Ende verdient mit 24:28, lag allerdings zur Halbzeit mit 14:12 in Führung. Die Entscheidung fiel dabei erst in den letzten zehn Minuten, als sich die DHB-Männer zu viele Gegentreffer über den Kreis erlaubten.


Zudem mussten Adrian Pfahl (Bild: dpa) und Co. in der Schlussphase auf Abwehrchef und Kapitän Oliver Roggisch verzichten, der mit einer Zeitstrafe bedacht wurde. Sein Fehlen im Mittelblock der deutschen Defensive gab den Hausherren noch mehr Raum, den Kreisläufer Julen Aguinagalde eiskalt auszunutzen wusste. Das 110-Kilo-Paket sollte es am Ende auf sieben Treffer bringen, erzielte in Roggischs Abwesenheit drei Tore in Serie. Sehr zum Leidwesen von Keeper Silvio Heinevetter, der am verzweifeln war.

In einer ähnlichen Gefühlslage befand sich kurz zuvor, und auch noch Minuten nach der Schlusssirene, Patrick Groetzki. Der 23-jährige Außenspieler der Rhein Neckar Löwen versiebte beim 21:21-Zwischenstand zwei Gegenstöße in Serie, scheiterte erst per Dreher und dann an der Unterkante der Latte. Der Knackpunkt, denn Aguinagalde und Co. setzten sich so in der 55. Minute vorentscheidend auf 26:21 ab.

Da half auch der offensive Deckungsverbund und der siebte Feldspieler (Martin Strobel) nichts mehr, zu kaltschnäuzig blieben die Iberer in der Vorwärtsbewegung und zu hellwach präsentierten sie sich um den bärenstarken Schlussmann Jose Manuel Sierra in der eigenen Abwehr. Deshalb durfte die spanische Auswahl verdient jubeln und weiterhin vom ganz großen Coup im eigenen Land träumen. Und das Team von Bundestrainer Martin Heuberger? Das kann trotzdem mit WM-Platz fünf zufrieden sein.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

"Die Zusammenstellung des Kaders passt"

Friedrichshafen - Er ist mit seinen Jungs Dauergast am Bodensee, nahm in diesem Jahr mit der Eintracht aus Frankfurt bereits zum sechsten Mal am MTU-Hallencup teil - und das bei gerade einmal zehn Auflagen. Warum U15-Coach Samad El Messaoudi (Foto: Eintracht) das Turnier so schätzt, erklärte er im Gespräch mit Thomas Schlichte.


Herr El Messaoudi, Sie gehören ja beinahe schon zum Inventar des MTU-Hallencups?

El Messaoudi: Ja, kann man fast sagen. Wir sind bereits das sechste Mal da, weil uns das Turnier sehr gut gefällt. Klaus (Segelbacher, Anm. d. Red.) hat es geschafft, das Teilnehmerfeld Jahr für Jahr attraktiver zu machen. Und als es hieß, dass wir eigentlich in der ZF Arena spielen, mussten wir nicht lange überlegen.

Worin liegt für Sie der Reiz solcher Vergleiche mit deutschen und internationalen Top-Teams?

El Messaoudi: Mit den deutschen Mannschaften messen wir uns auch während der Saison - und zwar in der Regionalliga auf dem Feld. Für uns war wichtig zu sehen, wie wir im Vergleich zu den ausländischen Teams stehen. Das war letztendlich unser Ansporn zu kommen.

Welche Unterschiede in der Bespielbarkeit zwischen Kunstrasen und Hallenboden gibt es?

El Messaoudi: Der Kunstrasen macht das Spiel im Vergleich zum Hallenboden langsamer - aber die Bedingungen sind für alle Teilnehmer gleich. Schließlich hat jeder Verein einen Kunstrasenplatz, so dass die Premiere auf dem anderen Geläuf bei allen sehr gut angekommen ist.

Gibt es einen ehemaligen U15-Kicker, der es inzwischen zu den Profis geschafft hat?

El Messaoudi: Da fällt mir zum Beispiel Sonny Kittel ein, der damals mit dabei war. Und natürlich muss und darf man Emre Can erwähnen, der mittlerweile beim FC Bayern zum Team der Bundesliga-Profis gehört - und bei seiner Teilnahme Torschützenkönig geworden ist.

Und was trauen Sie den Eintracht-Profis in dieser Saison zu. Bisher läuft es richtig gut?

El Messaoudi: Ich denke, dass die Eintracht am Saisonende irgendwo zwischen Platz fünf und zehn landen wird. Die Zusammenstellung des Kaders durch Trainerteam und Management passt - sie hatten da auch ein glückliches Händchen. Und ich hoffe, dass das so weitergeht und wir uns dauerhaft in der Bundesliga auf den genannten Plätzen etablieren können und werden.

Können Sie sich selbst einmal vorstellen, im Aktivenbereich ein Traineramt zu übernehmen?

El Messaoudi: Nein; eher nicht. Ich bin seit etwa 15 Jahren im Juniorenbereich zu Hause und möchte das noch ein paar Jahre weitermachen. Ich denke, dass ich mich dann eher in den administrativen Bereich zurückziehen werde.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute!

Sonntag, 9. Dezember 2012

Großer Sport in einer leider viel zu kleinen Halle


Friedrichshafen - Der FC Bayern München hat die 10. Auflage des MTU-Hallencups für U15-Fußballer gewonnen. In einem hart umkämpften Endspiel holte die Auswahl des deutschen Rekordmeisters dabei einen 0:2-Rückstand gegen den VfB Stuttgart auf und gewann das Finale am Ende mit 3:2 (Foto: Günter Kram). Wermutstropfen ist und bleibt die viel zu kleine Halle, ein Umzug in die ZF Arena scheiterte relativ kurzfristig.


“Ich muss der Fußball-Abteilung des VfB Friedrichshafen ein großes Kompliment für diese tolle Arbeit aussprechen“, sagte Friedrichshafens Bürgermeister Peter Hauswald bei der Siegerehrung in der Häfler Bodenseesporthalle. „Es wäre schön, wenn wir uns alle wiedersehen – dieses Mal aber dann in der ZF Arena.“ Ein toller Wunsch, denn dann würden wirklich alle Zuschauer locker Platz finden.

Bereits am Eröffnungstag platzte die Bodenseesporthalle aus allen Nähten – offiziell können nur 1.300 Besucher auf der Tribüne sitzen. Viel zu wenig für Spieler, Fans, Betreuer, Angehörige und interessierte Menschen beim größten Hallen-Vergleich für Jugendkicker in Europa. Dabei hatten Organisator Klaus Segelbacher und seine vielen Helfer keine Kosten und Mühen gescheut, um eine perfekte Veranstaltung – erstmals auf Kunstrasen – zu stemmen.

Und das gelang, denn selbst im Internet sowie im sozialen Netz gab es jederzeit aktuelle Ergebnisse und Bilder live aus der Halle – lediglich die Teams aus der Region waren kürzer im Wettbewerb, als insgeheim gewünscht. Schließlich machte der Nachwuchs der Profiteams aus Deutschland, England, Kroatien, der Schweiz und Spanien den Sieger unter sich aus - am Ende waren es die torhungrigen „Roten“ von der Isar.

Wäre schön, wenn die Stadt und die Hausherren der Arena die Notwendigkeit eines größeren Austragungsortes nun erkennen beziehungsweise spätestens jetzt erkannt haben. Sonst werden Segelbacher und Co. bald kein „Champions League-Niveau“ mit Teams wie Manchester United, Manchester City oder dem FC Barcelona mehr hier am Bodensee bieten können.

Samstag, 24. November 2012

Die Gruppeneinteilung und die Vorrunde stehen

Friedrichshafen - Manchester City gegen die TSG Ailingen, SG Kluftern/Immenstaad gegen Borussia Dortmund oder MTU LZ Friedrichshafen gegen Arsenal London. Das sind nur drei fußballerische Leckerbissen der Vorrunde beim 10. MTU-Hallencup für U15-Junioren, der am Samstag, 8. Dezember, ab 8.30 Uhr in der Häfler Bodenseesporthalle angepfiffen wird.


Los geht’s mit dem Aufeinandertreffen des Vorjahressiegers NK Dinamo Zagreb mit der SG Kluftern/Immenstaad, bis zum Abend gegen 19 Uhr stehen gleich weitere 61 Partien auf dem umfangreichen Programm. Gespielt wird in vier Gruppen zu je sechs Mannschaften, ein Spiel dauert zehn Minuten. Am Sonntag, 9. Dezember, werden die Platzierungsspiele der Endrunde angepfiffen, das erste Duell zweier Teams steigt bereits um 8.30 Uhr. Gegen 16 Uhr wird dann der Sieger feststehen, der einen stattlichen Pokal in die Höhe recken darf.

Stattlich sind im übrigen auch die Preise der Tombola in der Halle - neben Wimpeln und Bällen können die Teilnehmer handsignierte Trikots verschiedener Vereine gewinnen. Sicherlich werden sich auch wieder ein paar Scouts auf der Tribüne einfinden, schließlich zeigt sich bereits bei vielen U15-Akteuren, wo die Reise einmal hingehen kann beziehungsweise gehen wird. Heutige Leistungsträger ihrer Vereine spielten schon am Bodensee groß auf, wussten mit technischen, taktischen und spielerischen Fähigkeiten zu überzeugen.

Beispiele gefällig? Thomas Müller, Holger Badstuber, David Alaba, Mario Götze, Marco Reus, Julian Draxler, Lewis Holtby. Xherdan Shaqiri oder Joel Matip kickten bereits beim Budenzauber in Friedrichshafen mit. Der Eintritt kostet für Erwachsene acht Euro, ermäßigt ist das Tagesticket für sechs Euro zu haben. Kinder und Jugendliche (sechs bis 18 Jahre) dürfen für vier Euro zuschauen. Für beide Turniertage zusammen sind 14 (ermäßigt: zehn) Euro zu bezahlen.


Die Gruppen:

M: NK Dinamo Zagreb, SG Kluftern/Immenstaad, Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund, Manchester City, TSG Ailingen.

T: Besiktas Istanbul, MTU LZ Friedrichshafen, AKA Vorarlberg, Arsenal London, VfL Brochenzell, 1. FSV Mainz 05.

U: FC Barcelona “Grana”, TSV Meckenbeuren, Manchester United, VfB Friedrichshafen II, VfB Stuttgart, Grashoppers Zürich.

12: FC Basel, FC Barcelona “Blau”, VfB Friedrichshafen I, FC Bayern München, TSG 1899 Hoffenheim, SG Fischbach/Schnetzenhausen.

Alle Infos zum Turnier gibt’s im Internet unter www.mtu-hallencup.de oder im sozialen Netz unter dem Link: www.facebook.com/mtuhallencup

Sonntag, 11. November 2012

MTU-Hallencup für U15-Teams feiert 10. Jubiläum

Friedrichshafen - Was haben der FC Barcelona, Manchester United, Manchester City und der FC Arsenal gemeinsam? Sie alle sind mit ihren U15-Teams am 8. und 9. Dezember in der Häfler Bodenseesporthalle zu Gast. Dann geht der MTU-Hallencup für Nachwuchsfußballer in seine bereits 10. Auflage und feiert somit ein international prominent besetztes Jubiläum.


Schon seit mehreren Monaten hat VfB-Eventmanager Klaus Segelbacher alle Hände voll zu tun, um die bereits 10. Auflage des von der Tognum-Gruppe mit ihrer Kernmarke MTU gesponserte Turniers für U15-Junioren zu organisieren (Grafik: VfB). 24 Mannschaften messen sich am 2. Adventswochenende in vier Gruppen zu je sechs Teams um den Turniersieg beim Hallencup miteinander. 

Dabei liest sich das Feld wie das „who is who“ des deutschen und internationalen Fußballs. Und selbst die Aufsteiger des Jahres – Marco Reus, Mario Götze oder Julian Draxler – haben schon am See mitgespielt. Die prominentesten Teilnehmer kommen mit dem FC Barcelona aus Spanien und mit Manchester United und Manchester City sowie dem FC Arsenal von der britischen Insel. „Das ist das Beste, was bisher auf deutschem Boden gespielt hat”, sagt Organisator Klaus Segelbacher. “Wir haben die Champions League erreicht.” 

Stimmt, denn auch die Grashoppers Zürich, der FC Basel oder Titelverteidiger Dinamo Zagreb sind in der Zepopelin- und Messestadt mit von der Partie. Doch damit nicht genug. Auch die Jugendteams der drei deutschen Vertreter in der europäischen Königsklasse - Borussia Dortmund, FC Bayern München und Schalke 04 - haben ihr Kommen bereits fest zugesagt. Zudem erweitern 1899 Hoffenheim, der 1. FSV Mainz 05, VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt oder Besiktas Istanbul das illustre Teilnehmerfeld, das von Mannschaften aus der Region ergänzt wird.

Los geht’s am ersten Turniertag, 8. Dezember, ab 8.30 Uhr mit der Vorrunde, die bis etwa 19 Uhr dauern wird. Am Sonntag, 9. Dezember, wird gegen 16 Uhr der große Cup-Sieger gekürt. “Es können sich alle jetzt schon darauf freuen, es wird ein Hammererlebnis”, verspricht Klaus Segelbacher, der sich sofort wieder in die Arbeit stürzt. Schließlich gibt’s für ihn noch jede Menge zu erledigen.