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Mittwoch, 29. April 2026

Wahrscheinlich eines der besten Spiele der CL-Geschichte!

Paris - "Für den Fußball war's mal wieder Werbung". Diesen Satz sagte FCB-Mittelfeldmotor Joshua Kimmich spät am gestrigen Abend. Und zwar im Gespräch mit den Kollegen von "Amazon Prime".

Ja, diese Aussage hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn das, was Paris St. Germain und der FC Bayern München da im historischen Prinzenpark in die milde Pariser Nacht gezaubert haben (Screenshot: Google.de), war ein Kunstwerk. 

Insbesondere die beiden Dreier-Offensivreihen der großen Kontrahenten hatten im Hinspiel des Halbfinals der UEFA Champions League ihren Spaß. Die Abwehrspieler und die beiden Torhüter wohl eher weniger. Denn von gut organisierter Defensivarbeit war über die volle Distanz eigentlich kaum etwas zu sehen. 

Neun Tore nach nicht einmal 70 Minuten. Und es hätten auf beiden Seiten unter dem Strich weitere Treffer fallen können - oder sogar müssen. Jetzt geht das französische Starensemble dank des 5:4-Erfolges mit einem kleinen Vorteil ins Rückspiel.

Nun, würde es noch die Auswärtstor-Regel geben, dann wären die Bayern sogar einen "Tick vorne". Also, zumindest auf dem Papier. Moralischer Sieger ist der deutsche Rekordmeister allerdings trotzdem. Das hat man auch hinterher beim Abklatschen und bei der Verabschiedung von den Fans gemerkt.

Warum? Nun, weil die Bayern nach Kanes Strafstoß zum 1:0 (17.) gleich mehrfach zurückkamen. Erst machten sie aus einem 1:2 den 2:2-Zwischenstand (41.) und holten dann auch noch ein 2:5 (58.) auf. Das spricht für den starken Willen der Bayern in dieser Saison. 

Und die haben im Rückspiel zudem ihren Coach zurück. Auch den hatte man oben auf der Tribüne selten so staunen gesehen. Ja, es arbeitete in ihm - und wie. Hinterher in der "Mixed Zone" scherzte er mit seinem Kollegen auf Pariser Seite, Luis Enrique. 

Dem war durchaus auch bewusst, dass das Rückspiel in München noch einmal ein wahres Spektakel verspricht. Vielleicht ja erneut mit vielen Treffern auf beiden Seiten. Aber mit Sicherheit auf einem taktisch und spielerisch sehr hohem Niveau. 

Darüberhinaus vor stimmungsvoller Kulisse im längst ausverkauften bayrischen Wohnzimmer in Fröttmaning. Ein Sieger steht schon heute fest - der neutrale Fußballfan. Denn der war auch gestern schon auf seine Kosten gekommen. Den kommenden Mittwoch sollte man sich also besser freihalten. 

Dienstag, 29. April 2025

Der Fußball, wie wir ihn kennen und lieben?!

Hamburg - Pünktlich zum Saisonendspurt bei den Profis, aber insbesondere auch bei den Amateuren, hat Thomas Schlichte, 1982 geborener Autor aus Friedrichshafen am Bodensee, ein weiteres Buch veröffentlicht. Die Idee entstand beim gemeinsamen Sportplatzbesuch mit Freunden.

 

"Ey, Schiri, Ey!" (Foto: BOD) nimmt dabei das Geschehen auf und abseits des Platzes im regionalen Fußball nicht ganz ernst gemeint unter die Lupe. Das 32-Seiten-starke Büchlein, das es auch als E-Book gibt, soll zum Schmunzeln anregen oder als kleine Erinnerung an die eigene Fußballzeit dienen. 

Der Fußball ist ein Sport, der uns von Kindesbeinen an intensiv begleitet. Sei es aktiv mit dem ersten Schussversuch, dem einen oder anderen Dribbling sowie der ersten Anmeldung im nahegelegenen Sportverein. Später aber auch als reiner Fan, bloßer Tribünengast oder spontaner Zuschauer. 

Aber stets total mittendrin. Zwischen den ehemaligen Legenden und den neuen Stars des Vereins. Oder auch unter denjenigen, die sich dafür halten beziehungsweise gehalten haben. Ja, dieses nicht ganz so ernst gemeinte Buch beschreibt den "typischen" Alltag im hiesigen Amateurfußball in all seinen Facetten...

Donnerstag, 2. Dezember 2021

VfB-Volleyballer starten mit Niederlage in die Königsklasse

Neu-Ulm - Die Volleyballer des VfB Friedrichshafen (blaue Trikots, Foto: Günter Kram) haben ihren Auftakt in die Champions League Saison 2022 verloren. Die Häfler mussten sich Knack Volley Roeselare in Pool A mit 2:3 (18:25, 25:23, 16:25, 25:22, 9:15) geschlagen geben und stehen nach dem ersten Spieltag mit einem Punkt auf Rang drei. 

 
Vor allem im Aufschlag waren die Belgier - laut VfB-Vereinsmitteilung - dem deutschen Rekordmeister überlegen. Ja, das erste Champions-League-Spiel der aktuellen Saison hatte noch etwas von Abtasten, wobei sich Knack Roeselare etwas weniger schwer tat als der VfB Friedrichshafen (2:3, 7:10).

Die Häfler brauchten Zeit, kamen dann aber in Schwung und wurden jäh in ihrem Rhythmus unterbrochen. Den Punkt zum 11:13 machten sie, allerdings blieb Mittelblocker Lucas Van Berkel mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Der Kanadier war umgeknickt und musste gestützt vom Feld.

Andri Aganits kam für Van Berkel, allerdings hatte das Heimteam den Faden verloren und konnte erst einmal nur zuschauen, wie Roeselare aufs Gaspedal drückte. Das Team von Ex-Häfler Arno Van De Velde, der allerdings die Bank drücken musste, schlug stärker auf und verteidigte viele Angriffe des deutschen Königsklassen-Vertreters.

Daniel Muniz, der nicht so richtig in Tritt kam, legte den ersten Satzball der Belgier neben die Linie (18:25). Nach diesem schnellen Ende hatte sich Friedrichshafen etwas vorgenommen. Erst schlug Simon Hirsch das Ass (3:0), dann legte Aganits mit dem Block nach (4:0). Bis zum 10:7 durch einen Hinterfeld-Angriff von Vojin Cacic hielt diese Führung.

Das Team aus Belgien war in dieser Phase - so der VfB weiter - allerdings effektiver, gewann erst eine umstrittene Challenge (11:10) und zog dann sogar davon (17:14). Mark Lebedew brachte Luciano Vicentin, Stefan Thiel und Lukas Maase und plötzlich rollte der Häfler Angriff wieder.

Maase punktete mit dem Angriff (20:21), Cacic blockte Ahyi (23:20) und ein belgischer Spieler zappelte im Netz (24:22). Simon Hirsch kam zurück und durfte die Aufholjagd seines Teams vollenden (25:23). Knapp sei es dann auch im dritten Durchgang geblieben - zumindest bis zur Mitte des Satzes.

Dass Friedrichshafen erneut die Chancen nicht nutzte und sich nicht absetzen konnte (3:4, 7:7), sollte sich wieder rächen. Matthijs Verhanneman ging zum Aufschlag und wollte dort so schnell nicht weg. Mit zwei schönen Blockpunkten setzten sich die Gäste ab (16:12) und es kam noch dicker für den VfB.

Trotz erneuter Wechsel im Häfler Team, hatte Roeselare dieses Mal Antworten parat. Nur noch vier Zähler gestatteten sie den Häflern. Sander Depovere machte im Eiltempo den Deckel drauf (25:16). Und: Wie es sich für ein Spitzenspiel gehört, ging es dann gleich wieder in die andere Richtung.

Mit seinem Block gegen Ahyi (5:5) kündigte Vojin Cacic schon an, dass er nun die Zügel in die Hand nehmen wollte. Und der Kapitän der montenegrinischen Nationalmannschaft lieferte. Er bediente erst Vicentin zum 9:7, punktete gleich zwei Mal selbst (16:12, 18:16). Mit starken Aufschlägen und einem Ass zum 19:16 läutete er die Schlussphase ein.

Friedrichshafen hielt den Vorsprung, auch weil Rückkehrer und Zuspieler Dejan Vincic seine Angreifer nun sehr variabel einsetzte (24:21). Der zweite Satzball sollte es dann sein - Roeselare setzte das Service ins Netz (25:22). Es ging also in den Entscheidungssatz, den Friedrichshafen mit dem ersten Break wieder besser begann (3:2).

Allerdings drehte sich dann wieder das Blatt. Dieses Mal zu Gunsten von Knack Roeselare. Es begann mit einem Ass von Desmet (5:3) und ging mit einem starkem Service von Verhanneman weiter (12:7). Friedrichshafen hatte nichts mehr entgegenzusetzen und musste sich nach fast zweieinhalb Stunden Spielzeit geschlagen geben - 15:9, 3:2 für Roeselare.

„Wir haben Roeselare zeitweise nur zugeschaut und das hat sich am Ende gerächt“, zeigte sich VfB-Cheftrainer Mark Lebedew unzufrieden. „Wenn wir unser Spiel gemacht haben, haben wir die Sätze gewonnen. Wenn wir nur zugesehen haben, war Roeselare stärker.“

Mittwoch, 30. Dezember 2020

THW-Handballer erkämpfen sich den Champions-League-Titel

Köln - Der THW Kiel hat sich zum vierten Mal den Titelgewinn in der Handball-Champions League gesichert. Am Dienstagabend setzte sich die Mannschaft von Filip Jícha gegen den FC Barcelona mit 33:28 durch und schaffte somit die kleine Sensation in der Kölner Lanxess-Arena.


Im Vorfeld des zweitägigen Finalturniers galten eigentlich die Spanier als die ganz großen Favoriten auf den Gewinn der europäischen Königsklasse und schlugen im Halbfinale des Starensemble von Paris St. Germain relativ problemlos. Doch von Beginn an stellte der THW (Screenshot: Eurosport) den Favoriten vor arge Probleme, weil man in der Abwehr wenig zuließ und die sich bietenden Torchancen eiskalt verwandelte.

Beide Teams drückten ordentlich aufs Tempo und suchten über die erste und zweite Welle sowie mit der schnellen Mitte konsequent den Abschluss. Lohn dieser Entwicklung war eine torreiche erste Hälfte, an deren Ende die Kieler einen 19:16-Vorsprung mit in die Pause nahmen. Und: Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts hatte der THW Kiel alles unter Kontrolle.

Bis, ja bis die Wurfgenauigkeit etwas abnahm, Barça die Defensive stabilisierte und die Torausbeute steigerte. In dieser Phase wackelte der Außenseiter aus Deutschland zunächst etwas, konnte sich wenige Zeigerumdrehungen später aber insbesondere auf Niklas Landin zwischen den Pfosten verlassen, der Mitte des zweiten Durchgangs seinen Kasten quasi vernagelte. Dennoch machten seine Mitspieler vorne die Tore nicht. Doch auch Barcelona schwächelte.

Bis in die Schlussminuten hinein blieb der Rückstand der Spanier beinahe unverändert und auch Unterzahlsituationen steckten die „Zebras“ weg. Selbst als Barcelona offensiver deckte, blieben die THW-Handballer ruhig und hatten die richtigen Lösungen parat. Als die Sirene ertönte, stand es 33:28 aus Kieler Sicht und die Spieler übten Freudentänze aus.

„Ich bin unheimlich stolz auf uns alle. Jetzt freue ich mich auf ein kühles Bier“, sagte THW-Kreisläufer Patrick Wiencek bei Eurosport. Und es wird sicherlich nicht bei einem geblieben sein, mag man nach diesem Überraschungscoup noch hinzufügen. Den dritten Rang sicherte sich Paris dank eines 31:26-Erfolges über Telekom Veszprém.

Donnerstag, 7. November 2019

Die "neuen" Rädchen greifen noch nicht (wieder) ineinander

München - Achtelfinale erreicht: ja, spielerisch verbessert: ja, (wieder) überzeugt: nein. So oder so ähnlich ist die Bilanz des 2:0-Erfolges des FC Bayern München am 4. Spieltag der Gruppenphase in der UEFA Champions League gegen Olympiakos Piräus ausgefallen (Grafik: FCB).


Denn der FC Bayern ist vor 70.000 Zuschauern in der auf dem Papier ausverkauften Allianz-Arena, die an Champions-League-Tagen schlicht "Stadion München" genannt wird, noch nicht (wieder) da gewesen, wo man taktisch und spielerisch gerne hinmöchte beziehungsweise sich am liebsten sieht.

Ohne die beiden Zauberer Thiago und Filippe Coutinho, aber dafür mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka in der Mittelfeldzentrale, versuchte Interimstrainer Hans Flick seiner Mannschaft mehr Stabilität in der Defensive zu verleihen. Dahinter bot der "Leiter" - wie ihn Stadionsprecher Stephan Lehmann beim Verlesen der Aufstellung nannte - David Alaba und Javi Martinez auf.

Und: Die neuformierte Abwehrzentrale hatte speziell im Spielaufbau so ihre Schwierigkeiten, Alaba war in schönster Regelmäßigkeit zu spät dran, während Martinez einfach noch nicht wieder im Rhythmus ist, weil der Spanier zuletzt nicht wirklich oft berücksichtigt worden war.

In der Offensive durfte Thomas Müller auf der "Zehn" ran, während Serge Gnabry und Kingsley Coman auf den Flügeln agierten. Auch hier war noch nicht alles Gold was glänzt - es fehlte allzu oft am letzten Pass oder dem richtigen Laufweg. Dafür waren die Bayern in der Arbeit gegen den Ball wesentlich agiler sowie aggressiver und verschafften Kapitän Manuel Neuer einen beschäftigungslosen Abend.

Diesen hatte im Übrigen auch Thiago, während Flick den Brasilianer Coutinho wenigstens noch in der Nachspielzeit aufs Feld schickte. Was dieser von seinem Kurzeinsatz hielt, wurde kurz nach Abpfiff klar, als er - ohne mit den Mitspielern in die Südkurve zu gehen - wortlos und zielstrebig im Kabinentunnel verschwand.

Beste Laune hatte - wie so oft in letzter Zeit - dafür Torgararant Robert Lewandowski, der mal wieder den Türöffner spielte (69.) und beim Jubel zeigte, dass er und seine Anna nach Töchterchen Klara bald ein weiteres Kind erwarten. Für die Entscheidung sorgte Ivan Perisic zehn Sekunden nach seiner Einwechslung.

Mit seinem allerersten Ballkontakt in Minute 89 erzielte der Kroate das für die Bayern-Stars und die versammelten Fans, von denen einige zuvor gepfiffen hatten oder schon gegangen waren, erlösende 2:0, das den Achtelfinaleinzug bedeutet. Aber: Hans Flick und Hermann Gerland haben vor dem Schlager gegen den BVB am Samstag, ab 18.30 Uhr, noch viel Arbeit vor sich - auf und abseits des Platzes.

Dienstag, 10. April 2018

VfB-Volleyballer verpassen Einzug ins Final-Four"

Friedrichshafen - Für die Volleyballer des VfB Friedrichshafen ist die laufende Spielzeit in der CEV-Champions-League beendet. Im Viertelfinal-Rückspiel vor 3270 Zuschauern in der Häfler ZF-Arena kassierte der Gastgeber gegen Zaksa Kedzierzyn-Kozle eine deutliche 0:3-Niederlage (Foto: TS).
 
 
Da auch das Hinspiel - zwar wesentlich knapper mit 3:2 - an den polnischen Meister gegangen war, darf dieser nun Mitte Mai im russischen Kazan um die europäische Krone kämpfen. Und das völlig verdient, weil Friedrichshafen von Beginn an nicht richtig ins Spiel gekommen war.
 
Das polnische Spitzenteam wusste sofort mit druckvollen Aufschlägen und präzisen Angriffen zu überzeugen, gegen die das Team von VfB-Cheftrainer Vital Heynen einfach kein wirksames Mittel fand. Mitunter schlug der Ball schon auf dem Boden ein, als die Hausherren gerade erst den Block gestellt hatten.
 
Im zweiten Satz stand die Feldabwehr der Häfler Volleyballer dann besser - zumindest etwas: Die Ballwechsel wurden länger, weil Zaksa zu weiteren Varianten gezwungen war. In der Schlussphase des zweiten Durchgangs war die Gegenwehr des Bundesliga-Seriensiegers vom Bodensee gebrochen.
 
Auch im dritten Satz dominierten Kapitän Benjamin Toniutti und Co. beinahe nach Belieben - schnell war ein komfortabler Vorsprung erspielt, den die Spitzenmannschaft aus dem Nachbarland - sehr zur Freude der mitgereisten Fans - nicht mehr abgab und mit 25:19, 25:18 und 25:13 siegte.
 
"Das ist die Rangordnung im europäischen Volleyball, das müssen wir akzeptieren“, bilanzierte Vital Heynen hinterher. „Der polnische Meister hat heute gezeigt, dass er eben stärker ist als das führende Team in Deutschland."

Montag, 5. Juni 2017

Der RK Vardar Skopje düpiert die großen Favoriten!

Köln - Der RK Vardar Skopje (Foto: EHF) hat sich den Titel der Handball-Champions-League gesichert. In letzter Sekunde schlug der Außenseiter im Finale das Starensemble von Paris St. Germain mit 24:23. 19.600 Zuschauer pro Tag hatten in der Kölner Lanxess-Arena vier spannende Partien beim Velux EHF-Final-Four gesehen. Den dritten Platz sicherte sich Telekom Veszprem vor Barcelona Lassa.


Als Raul Gonzalez, Headcoach der Mazedonier, seine Jungs sieben Sekunden vor dem Abpfiff in einer letzten Auszeit noch einmal um sich scharrte, war ihm und seinen Spielern klar, dass es nun um den ganz großen Wurf gehen sollte - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Alex Dujshebaev täuschte in Richtung PSG-Mittelblock an und bediente Ivan Cupic per Bodenpass.

Der fing das Spielgerät, flog am machtlosen Uwe Gensheimer in Richtung Weltklasse-Keeper Thierry Omeyer davon. Dieser war in diesem Duell der zweite Sieger - über den Oberschenkel fand der Ball seinen Weg in die Maschen des rot-weißen Gehäuses. Während Nikola Karabatic, Mikkel Hansen und Co. ihre Enttäuschung nicht verbergen konnten und den Tränen nah waren, feierte der Turnierdebütant seinen Coup mit und vor den eigenen Fans. 

Diese hatten während des hochspannenden Endspiels Unterstützung der spanischen und ungarischen Schlachtenbummler bekommen - auch die vielen neutralen Handballfreunde im weiten Rund drückten Vardar die Daumen. Und das, obwohl ganz speziell Uwe Gensheimer bei der Vorstellung mit frenetischem Beifall gefeiert wurde. Der deutsche Nationalmannschaftskapitän nahm zwar nicht den großen Pokal mit in den Zug an die Seine, aber dafür die Auszeichnung als Topscorer (115 Tore).

Den Pokal als wichtigster Spieler des zweitägigen Wettbewerbs - also sogenannter "MVP" - bekam HC-Torwart Arpad Sterbik, der Mitfavorit Barca im Halbfinale beinahe im Alleingang entzauberte (26:25). Auch das andere Vorschlussrundenduell war nichts für schwache Nerven gewesen. Hier hatte Paris gegen Veszprem, das die meisten Anhänger an den Rhein mitgebracht hatte, das Glück zum 27:26-Endstand auf seiner Seite gehabt.

Vor und am Finaltag stimmte nicht nur das Rahmenprogramm mit Auftritten von Ex-Spice-Girl Melanie C, sondern auch wieder die Kulisse, die von Markus Floth, Anett Sattler und Edit Szalay glänzend unterhalten und zum Mitmachen animiert worden war. Viele Fans werden es kaum erwarten können, bis Floth sein "There's only one thing to say, let's play" ins Mikrofon schmettert. Am 26. und 27. Mai 2018 ist es dann wieder soweit - mal schauen, mit welchen Teilnehmern.

Sonntag, 31. Mai 2015

Die Allianz Arena in München feiert ihren 10. Geburtstag!

München - Eine der schönsten Sportstätten in der Bundesrepublik hat an diesem Wochenende gleich zwei besondere Tage vor sich: die Allianz Arena. Denn die Heimat des FC Bayern und des TSV 1860 in München-Fröttmaning feiert ihren 10. Geburtstag.


Bis zum heutigen Tag (31. Mai) haben rund 24 Millionen Besucher dort insgesamt 471 Spiele erlebt beziehungsweise gesehen. 340 Millionen kostete das Stadion (Foto: TS), dessen Spatenstich am 21. Oktober 2002 erfolgte, insgesamt und wurde knapp drei Jahre später feierlich eröffnet.

Zu den absoluten Höhepunkten gehörten sicherlich die Spiele der Fußball-WM 2006, das Finale der UEFA Champions League sechs Jahre später oder der jüngste Rekordsieg der Bayern gegen den Hamburger SV in der aktuell zu Ende gegangenen Bundesliga-Saison am 21. Februar (8:0).

Zu Beginn fasste die Arena 65.000 Besucher und wurde zunächst auf 68.000 Plätze aufgestockt. Später beherbergte das "Münchner Schlauchboot" - wie es viele etwas spöttisch nennen - 71.000 Fans. Aktuell sind bei den Spielen des deutschen Rekordmeisters von der Säbener Straße 75.000 Menschen vor Ort.

Im internationalen Wettbewerb (Länderspiele, Europapokalduelle) dürfen aus Sicherheitsgründen "nur" 71.000 Gäste dabei sein. Auch bei der Fußball-EM 2020 dürfte das Stadion, dessen Namensrechte bis 2041 an die Versicherungsgruppe der Allianz gegangen sind, zum Spielort werden.

Bis dahin ist davon auszugehen, dass vor allem der FC Bayern München - dem das Stadion gehört - noch für das eine oder andere sportliche Highlight im Münchner Norden sorgen wird - egal, ob in der Bundesliga, dem DFB-Pokal oder in der Champions League.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

"Es macht Spaß, diese Mannschaft spielen zu sehen"

Friedrichshafen - Er hat mit und bei "seinen Bayern" in verschiedensten Funktionen alles erlebt und ist bis heute regelmäßig beim FC Bayern München in der Allianz Arena zu Gast: Werner Kern (Foto: Günter Kram). Im Gespräch mit Thomas Schlichte am Rande des 12. MTU-Hallencups in Friedrichshafen erzählt der langjährige Jugendkoordinator des FC Bayern, was er heutzutage so macht. 
 
  
Herr Kern, schön Sie kennenlernen zu dürfen. Sind sie zum ersten Mal hier in Friedrichshafen?

Ja, bin ich - es war eigentlich immer etwas anderes geboten in meiner aktiven Zeit. Klaus Segelbacher (Organisator des Cups, Anmerkung der Redaktion) hat mich all die Jahre immer wieder eingeladen. Seit ich nun jedoch in Rente bin, hat es endlich einmal geklappt.

Sie wollten im Ruhestand beispielsweise Spanisch lernen. Wie weit sind Sie denn damit?

Ich muss zugeben, dass das leider etwas zu kurz gekommen ist - aber dafür habe ich umso mehr Zeit mit der Familie und meiner Frau verbracht. Dennoch war ich viel unterwegs, vor allem auch im Ausland.

Aber doch sicherlich nicht als Urlauber?

Nein (schnumzelt). Ich gebe Vorträge und Seminare, war im vergangenen Jahr in San Francisco und vor Kurzem erst in Edinburgh. Zudem habe ich für die Allianz ein Fußball-Camp auf Bali organisiert. Ich wollte diese Projekte auch angehen, damit ich im Kopf frisch bleibe und nicht ganz einroste.

Was machen Sie mit Ihren 68 Jahren abseits des Fußballs am liebsten?

Nun, ich lese sehr viel, mache aber dennoch regelmäßig Sport und bin beispielsweise gerne in den Bergen unterwegs. Nebenbei bin ich mit dem Mountainbike unterwegs und gehe mit meiner Frau zum Walking. Aber - und das ist klar - ich gehe natürlich, wann immer es geht, zu den Montagskickern der Bayern.

Stichwort FC Bayern: Sie waren lange Jahre bei den "Roten" Co-Trainer und von 1998 bis 2012 Jugendkoordinator. Wie schwer war es denn für Sie, loszulassen?

Das war gar nicht so schwer. Ich wollte da nicht irgendwo als Gespenst ständig umhergeistern und den Weg für einen Nachfolger mitsamt dessen Team schnellstmöglich freimachen (Wolfgang Dremmler, Anmerkung der Redaktion). Jeder muss da seinen eigenen Weg gehen.

Darf man Sie also nach Ihrer aktiven Laufbahn als Bayern-Fan bezeichnen?

Ja, sicher. Es ist schön, bei den Heimspielen immer mit dabei zu sein. Gegen Leverkusen saß ich neben Thorsten Fink und ja - wir haben uns nach dem Tor durch Ribéry richtig gefreut. Es macht Spaß, diese Mannschaft spielen zu sehen. Wir haben bis zum Schluss gezittert, ob es bei dem 1:0 für den FC Bayern bleibt. Ich bin gespannt, wo der aktuelle Weg noch hinführt.

Das heißt, Sie trauen ihrem Verein in der Champions League den Pokaltriumph zu?

Mit Sicherheit. Wissen Sie, ich war schon immer ein "Roter", bin seit über 40 Jahren Mitglied und habe die Nummer 975. Damals waren die meisten Münchner ja eher für "Sechzig". Ich war auf der Jahreshauptversammlung und bin gespannt, wie es an der "Säbener" weitergeht. Und: Für mich ist es das beste Team, das wir hier beim FC Bayern München jemals hatten.

Auch wirtschaftlich läuft es klasse. Die Arena ist jetzt abbezahlt...

Schauen Sie: Die wirtschaftliche Grundlage basiert auf dem sportlichen Erfolg. Und da hat der FC Bayern - allen voran Uli Hoeneß - seit 1979 Unglaubliches geleistet. Für mich ist es ein ganz entscheidender Faktor, dass der Verein viele Ehemalige in wichtigen Positionen um sich geschart hat. Es ist ein Genuss, ein Fan dieses Klubs zu sein. Doch auch ich rege mich mal daheim vor dem Fernseher oder im Stadion auf.

Gibt es einen Spieler, den Sie gerne noch im roten Trikot sehen würden?

Nein, nicht wirklich. Der aktuelle Kader ist sehr stark. Erst recht, wenn wichtige Stützen wie beispielsweise Lahm, Alaba oder Thiago Alcantara zurückkommen. Für mich ist übrigens Pierre Emile Højbjerg der nächste junge Mann, der es zu einem Stammspieler bringen kann.

Aber dafür müsste der dänische Nationalspieler doch regelmäßiger spielen?

Dass das nicht so ist, liegt eindeutig an der Klasse des Kaders. Es gab schon andere Beispiele, wie David Alaba, Philipp Lahm oder früher ein Markus Babbel, die bei einem anderen Klub Spielpraxis bekamen und sich dadurch weiterentwickelt und verbessert haben. Dann kamen sie wieder nach München zurück und waren beziehungsweise wurden feste Stützen im Team.

Doch kaufen und verkaufen ist nicht alles. Selbst dann, wenn man die Möglichkeiten hat?

Absolut richtig. Wichtiger ist aus meiner Sicht, dass man die Leute bei Laune hält und ihnen zeigt, dass sie gebraucht werden - erst recht, wenn sich einer aus der ersten Reihe verletzt hat oder gesperrt ist. Bei der großen Belastung aus Bundesliga, Pokal, europäischem Wettbewerb und den Nationalmannschaften brauchst du einfach 24 gestandene und drei junge Leute. Diesen Spagat bekommt der FC Bayern eben sehr gut hin. Da kann man sagen, was man will.

Zur Person:

Werner Kern ist 68 Jahre alt, verheirateter Familienvater und lebt mit seiner Familie in München. Nach seiner aktiven Zeit als Co-Trainer und Jugendkoordinator beim FC Bayern München sowie als Trainer bei Wormatia Worms, dem 1. FC Nürnberg, Eintracht Trier und dem SSV Ulm 1846 ging er 2012 in den Ruhestand, ist allerdings nach wie vor ein gefragter Gesprächspartner und Vortragsredner, der heute Fußball-Seminare auf der ganzen Welt leitet.

Mittwoch, 30. April 2014

Wenn aus "bestia negra" eine Streichelkatze wird

München - Der Traum vom erneuten Triple ist für den FC Bayern München geplatzt - und das völlig zurecht. Denn dieser harm- und zahnlose Auftritt in der heimischen Allianz Arena reichte nicht, um sich erneut die europäische Fußballkrone aufsetzen zu können. Am Ende zog Real Madrid durch einen verdienten 4:0-Kantersieg ins Finale von Lissabon ein.

Und die Bayern? Die haben eine richtige "Watschn" kassiert, wirkten hilflos und überfordert - Spieler wie Mario Mandzukic, Toni Kroos oder Franck Ribery fanden einfach nicht statt. Man kann und darf gegen die "Königlichen" aus der spanischen Hauptstadt verlieren - erst recht in einem Halbfinal-Rückspiel der UEFA Champions League. Aber so?

Selten hatte man einen FC Bayern (Foto: dpa) in der jüngeren Vergangenheit so erlebt. Fahrig, unkonzentriert, nervös - und nur hinter dem Rücken des Schiedsrichters oder im Rudel aggressiv und bissig. Zu bissig, wie vor allem das Beispiel Ribery zeigt. Der Franzose hätte nach einer Backpfeife mit "Rot" vom Platz müssen, auch Torjäger Mandzukic bewegte sich stets am Rande der Legalität oder auch darüber.

Während Akteure wie Jerome Boateng und Toni Kroos gemütlich über den Platz joggten, machte die "Abteilung Attacke" der Madrilenen ernst. Dabei hielten sich - gut für Bayern (!) - Karim Benzema und Gareth Bale über weite Strecken der einseitigen Begegnung zurück. Die Tore machte in Person von Sergio Ramos zunächst ausgerechnet ein Innenverteidiger.

Und Weltfußballer Ronaldo wusste sich - angestachelt von einem bösen Foul durch Dante - mit zunehmender Spieldauer zu steigern. Dass auch er unter dem Strich doppelt traf, soll hier nicht unerwähnt bleiben. Und das auch, weil es seine Tore 15 und 16 im laufenden Wettbewerb waren - und das in gerade Mal zehn Partien. Ich bin gespannt, was sich die "Roten" nach dieser Demontage einfallen lasssen. Schließlich gibt's doch noch ein Endspiel - und zwar im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund (17. Mai, Olympiastadion Berlin).

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Ein Abend, an dem eigentlich alles wie immer ist

München - Es ist ein kalter und nebliger Abend gewesen, an dem es im Kurt-Landauer-Weg in Fröttmaning nach Bratwurst und Punsch duftete. 62.000 Menschen waren gerade in der Allianz Arena unterwegs, fast alle mit Trikots, Schals, Handschuhen und Mützen bekleidet, auf denen das Bayern-Wappen prangte. Es war eigentlich alles wie immer.


Denn die anderen 6.000 Zuschauer trugen anstatt der roten Farben des deutschen Rekordmeisters eine andere Farbe am Körper - dieses mal ein zartes himmelblau. An den Verpflegungsständen herrschte Hochbetrieb, der Senf tropfte in großen Mengen aus den Spendern - einige verschütteten etwas von ihrem Bier - alkoholfrei. Oben in den VIP-Logen wurde gelacht, gefachsimpelt und angestoßen.

Unten auf dem Rasen hatten sich die beiden Mannschaften aufgewärmt, stellten sich zur Champions League-Melodie in einer Reihe auf und klatschten sich miteinander ab. Inzwischen waren fast alle der 68.000 Stadionesucher auf ihren Plätzen angekommen - eigentlich war alles wie immer in letzter Zeit. Die Bayern legten los wie die Feuerwehr, lagen nach gerade einmal zwölf Minuten bereits mit 2:0 vorne. Thomas Müller (Foto: dpa) und Mario Götze hatten getroffen, Franck Ribery wirbelte wie gewohnt.

Auf den Rängen wurde bereits über die Höhe des Sieges diskutiert, die FCB-Anhänger in der Südkurve stimmten ihr typisches "Europapokalsieger, Europapokalsieger, Europapokalsieger F-C-B" an. Es war still im Block der Supporters von Manchester City. Bis, ja bis die bayrische Abwehr abschaltete. Nach Stellungsfehlern von Dante und Boateng stand es 1:2, nach weiteren Patzern der beiden Innenverteidiger hieß es nach einem Elfmeter und einem Schlenzer plötzlich 2:3. 

So endete das Spiel auch, sehr zum Erstaunen des Publikums. Das war nämlich auf einen Abend eingestellt, an dem alles wie immer sein sollte. Auch Minuten nach dem Abpfiff roch es in den Katakomben nach Gebratenem und fruchtigen Heißgetränken. Auch der Senf tropfte in großen Mengen aus den Spendern. Es war eigentlich alles wie immer im Münchner Norden - eben bis auf's Ergebnis.

Mittwoch, 6. November 2013

Ein glattes 3:0 in der vernebelten ZF Arena

Friedrichshafen - Die Volleyballer des VfB Friedrichshafen haben das Siegen also noch nicht verlernt. In der CEV DenizBank Champions League schlug der VfB am Abend in der heimischen ZF Arena den türkischen Gegner Galatasaray Istanbul glatt mit 3:0 (25:16, 25:20, 25:17). Nicht einmal ein entzündetes Bengalo-Feuer der Gala-Fans brachte die Gastgeber aus dem Konzept.
 

Es geschah im dritten Satz beim Stand von 12:10 für die Hausherren, als die bis dato leidenschaftlich anfeuernde Abordnung vom Bosporus die Nerven verlor. Die rund 40 Fans starke Gruppe zündete ein Bengalo-Feuer, das die Arena in rot-gelben Rauch hüllte, der erst die Sicht vernebelte und außerdem einen beißenden Gestank hinterließ. Unbeeindruckt davon zog Friedrichshafen zur 2. technischen Auszeit auf 16:12 davon.

Nur zwei gespielte Punkte später - es stand 17:13 für die Mannschaft von Cheftrainer Stelian Moculescu - verabschiedete sich die Anzeigetafel, der einseitige Vergleich auf europäischer Ebene wurde unterbrochen. Denn zu diesem Zeitpunkt lagen Kapitän Max Günthör (Foto: Günter Kram) und Co. bereits mit 2:0 nach Sätzen vorne, waren vor allem im Aufschlag und Angriff überlegen (25:16, 25:20).

Irgendwann ging es dann doch weiter, jedoch ohne die beiden Videoleinwände in den gegenüberliegenden Ecken unter der Decke, die nicht mehr in Schwung gebracht werden konnten. Auch Galatasaray bekam trotz der unverhofften Pause keinen neuen Schwung, ganz im Gegenteil. Über 19:13 und 22:15 setzten sich die Schmetterkünstler vom Bodensee vorentscheidend ab.
 
Als Außenangreifer Valentin Bratoev erst einen Angriff zum Matchball verwandeltete (24:17), um anschließend ein Ass hinterherzuschieben, war der europäische Vergleich am "Schwäbischen Meer" beendet. Und Trainer Moculescu? Dem war die Erleichterung anzumerken, er rang - wie sonst eher selten - zunächst nach Worten. "Ich bin erleichtert, dass wir glatt mit 3:0 gewonnen haben."