Mittwoch, 29. April 2026

Wahrscheinlich eines der besten Spiele der CL-Geschichte!

Paris - "Für den Fußball war's mal wieder Werbung". Diesen Satz sagte FCB-Mittelfeldmotor Joshua Kimmich spät am gestrigen Abend. Und zwar im Gespräch mit den Kollegen von "Amazon Prime".

Ja, diese Aussage hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn das, was Paris St. Germain und der FC Bayern München da im historischen Prinzenpark in die milde Pariser Nacht gezaubert haben (Screenshot: Google.de), war ein Kunstwerk. 

Insbesondere die beiden Dreier-Offensivreihen der großen Kontrahenten hatten im Hinspiel des Halbfinals der UEFA Champions League ihren Spaß. Die Abwehrspieler und die beiden Torhüter wohl eher weniger. Denn von gut organisierter Defensivarbeit war über die volle Distanz eigentlich kaum etwas zu sehen. 

Neun Tore nach nicht einmal 70 Minuten. Und es hätten auf beiden Seiten unter dem Strich weitere Treffer fallen können - oder sogar müssen. Jetzt geht das französische Starensemble dank des 5:4-Erfolges mit einem kleinen Vorteil ins Rückspiel.

Nun, würde es noch die Auswärtstor-Regel geben, dann wären die Bayern sogar einen "Tick vorne". Also, zumindest auf dem Papier. Moralischer Sieger ist der deutsche Rekordmeister allerdings trotzdem. Das hat man auch hinterher beim Abklatschen und bei der Verabschiedung von den Fans gemerkt.

Warum? Nun, weil die Bayern nach Kanes Strafstoß zum 1:0 (17.) gleich mehrfach zurückkamen. Erst machten sie aus einem 1:2 den 2:2-Zwischenstand (41.) und holten dann auch noch ein 2:5 (58.) auf. Das spricht für den starken Willen der Bayern in dieser Saison. 

Und die haben im Rückspiel zudem ihren Coach zurück. Auch den hatte man oben auf der Tribüne selten so staunen gesehen. Ja, es arbeitete in ihm - und wie. Hinterher in der "Mixed Zone" scherzte er mit seinem Kollegen auf Pariser Seite, Luis Enrique. 

Dem war durchaus auch bewusst, dass das Rückspiel in München noch einmal ein wahres Spektakel verspricht. Vielleicht ja erneut mit vielen Treffern auf beiden Seiten. Aber mit Sicherheit auf einem taktisch und spielerisch sehr hohem Niveau. 

Darüberhinaus vor stimmungsvoller Kulisse im längst ausverkauften bayrischen Wohnzimmer in Fröttmaning. Ein Sieger steht schon heute fest - der neutrale Fußballfan. Denn der war auch gestern schon auf seine Kosten gekommen. Den kommenden Mittwoch sollte man sich also besser freihalten. 

Freitag, 5. September 2025

Gastbeitrag: "Ich wollte mit diesem Buch ein paar Emotionen wecken!"

Friedrichshafen - Thomas Schlichte, Autor aus Friedrichshafen, ist eigentlich im Handballsport zuhause und wagte sich in seinem neuesten Buch dann doch auf bisher "unbekanntes Terrain". Denn der studierte Journalist schrieb in "Ey, Schiri, Ey!" über das Fußballgeschehen in der Bodenseeregion.

 

Herr Schlichte, wie sind Sie auf die Idee gekommen, "Ey, Schiri, Ey!" zu veröffentlichen?

Nun, wissen Sie, ich bin beruflich und privat regelmäßig auf den Sportplätzen der Region unterwegs. Und da ich von Beruf aus neugierig bin, habe ich immer wieder einige Kommentare und Stimmungen eingefangen.

Und dann haben Sie sich gedacht, dass das Erlebte doch in einem solchen Buch landen könnte?

Ich bin, um ganz ehrlich zu sein, ein bisschen dazu getrieben worden. Sprich, ich wurde auf eine lustige Art und Weise provoziert, in dem mir Freunde und Weggefährten zwischen Bier und Bratwurst dazu geraten haben, diese Geschehnisse doch einfach mal aufzuschreiben. Und irgendwann hatte ich Zeit dafür.

Haben Sie sich überhaupt noch ein Konzept überlegt oder zunächst ein paar Notizen gemacht?

Eigentlich nicht. Ich habe einfach drauf los geschrieben. Ich habe mir das eine oder andere Spiel vorgestellt und was ich dort vor Ort so miterlebt habe. Und dann lief es eigentlich ganz flüssig. 

So wie damals beim Elfmeter von Paul Breitner im WM-Finale 1974?

Chapeau, Sie haben meine Anspielung sofort verstanden. Ich wollte mit diesem Buch ein paar Emotionen wecken. Denn ich bin selbst jemand, der sich beim Fußball gerne an den typischen Floskeln bedient.

Wäre ein solches Werk nicht auch mal über Ihren Lieblingssport, den Handball, angedacht?

Das ist bisher nicht in Planung und es gibt solche Bücher ja schon zuhauf. Ich hätte dann schon etwas Bammel, mich beruflich - oder auch nur privat - wieder in den Hallen zu zeigen. Es würde da zu viele SpielerInnen und Vereine geben, die sich sofort darin wiedererkennen könnten. Das muss ja nicht sein...