Montag, 7. November 2011

Einer, der auch mit zweiten Plätzen leben kann

Kagoshima - Florian Blab kommt aus Ailingen, ist seit frühester Kindheit als Kunstradfahrer aktiv - und das richtig erfolgreich. Soeben fuhr der 25-jährige Student zum fünften Mal bei einer WM aufs Treppchen, im japanischen Kagoshima reichte es wieder einmal für Platz zwei. "Nur" sagen die einen, "wieder" die anderen. Schließlich ist diese Konstanz über Jahre auch eine Leistung, vor der man den Hut ziehen kann.


Im Vorjahr bei der Heim-WM in der Stuttgarter Porsche-Arena pfefferte Blab (Foto: Aron Willers) - der wieder einmal von Dauerrivalen David Schnabel im Kampf um den WM-Thron geschlagen wurde - wutentbrannt sein Sportgerät in eine Ecke, verließ die Halle und war für eine Zeitlang verschwunden. Auch in diesem Jahr hatte Schnabel die Nase vorne, auch auf der anderen Seite der Erdkugel holte der Bayer mit Weltrekord den Titel.

Der Ailinger hätte auch dieses Mal die Halle verlassen können vor Enttäuschung. Aber er blieb, spendete anerkennenden Applaus für den Mann, der wieder einmal besser war als er. Florian Blab stürzte beim Maute-Sprung, seine Nerven hatten ihm wieder einmal einen Streich gespielt. "Das Ding ist gelaufen", kommentierte Vater Manfred kurz danach am Fernsehschirm daheim in Ailingen fachmännisch. Er begleitet seinen Sohn zusammen mit Ehefrau Ursula seit Jahren bei fast allen Wettkämpfen.

Ob ihr Sohn bei den Titelkämpfen im kommenden Jahr in Aschaffenburg erneut antritt, steht noch in den Sternen. Und das auch deshalb, weil der Student in den kommenden Monaten ins Berufsleben startet. "Das geht nur, wenn ich das intensive Training mit meinem Einstieg ins Berufsleben vereinbaren kann." Klar ist hingegen nur, dass Florian Blab ein großartiger Sportler ist. Einer, der auch mit Niederlagen umgehen kann.

"Ich habe mein Bestes gegeben", sagte Blab. Ebenso wie David Schnabel, der eben um ein paar Pünktchen besser war - wieder einmal. Der Titelverteidiger fuhr mit 208,91 Punkten erneut Weltrekord, während Blab für seinen Absturz Punktabzüge kassierte. Enttäuscht sei er aber nicht, denn es zählen jetzt andere Dinge. "Am Donnerstag habe ich die letzte Prüfung meines Sportstudiums." Sprach's und setzte sich in den Flieger.

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