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Donnerstag, 4. November 2021

SG Argental I benötigt einen echten Glanztag

Tettnang - Die Landesliga-Handballerinnen der SG Argental sind nach dem 27:19-Derbysieg gegen die TSG Ailingen in Staffel IV nun beim bisher ungeschlagenen TV Gerhausen gefordert (Samstag, 6. November, 16 Uhr, Dieter-Baumann-Halle). 

Dort sollte sich die Mannschaft von Trainerin Stefanie Raaf keine Schwächephasen erlauben, um etwas mitzunehmen. Die SGA (Foto: Verein) steht nach dem Derbysieg am vergangenen Wochenende - laut Vereinsmitteilung - aktuell mit 6:2-Punkten auf einem guten vierten Tabellenrang. 

Phasenweise zeigte die Mannschaft in den vergangenen Partien eine starke Leistung, aber meist nicht über die vollen 60 Minuten. Immer wieder schleichen sich Fehler ein, die Abwehr steht nicht kompakt genug oder in der Offensive werden zu viele Chancen vergeben. 

Dies gilt es am Wochenende abzustellen, falls man den aktuellen Spitzenreiter ärgern oder sogar Punkte klauen möchte. Aber: Die Gastgeberinnen haben sich nach ihrem Aufstieg in die Landesliga verstärkt und haben bisher alle sechs gespielten Partien, meist sehr deutlich, für sich entscheiden können. 

Besonders gefährlich ist - so die SGA weiter - die linke Angriffsseite: Mit Annika Dußler besitzt der TV eine flinke Außenspielerin und mit Franziska Kaupp eine wurfgewaltige Rückraumspielerin. Kaupp hat in sechs Partien 63 Tore für den TVG erzielt und ist somit aktuell die erfolgreichste Torschützin der gesamten Liga.

Nichtsdestotrotz sei für die SG Argental I, die aller Voraussicht nach komplett sein wird, alles drin, sollte man es schaffen, eine entsprechende Leistung über die vollen 60 Minuten abzurufen.


Mittwoch, 3. November 2021

TSG II behält im Abstiegskampf die Punkte für sich

Söflingen - Die Landesliga-Handballer der TSG Söflingen haben im Kampf um den Klassenerhalt zwei wichtige Punkte in UIm behalten. Mit 30:29 schlug das Team von Werner Pointinger die Gäste der SG Herbrechtingen-Bolheim in der Kuhberghalle.

 

Beim Blick auf die Vergangenheit und die Statistik hätte man - laut Vereinsmitteilung - ein spannendes Spiel voraussagen können. Oft ist das leicht gesagt, wenn beide Aufeinandertreffen bisher jeweils mit einem Ein-Tore-Sieg für eine Mannschaft endeten, dass ein enges Spiel zu erwarten sei. 
 
Beide Teams hätten die Zuschauer in der Kuhberghalle jedoch nicht enttäuscht und erneut ein knappes Spiel geliefert. Im Gegensatz zur Vorwoche waren die TSG-Handballer zu Spielbeginn hellwach, während sie zuletzt den Start in Hohenems noch deutlich verschliefen - vielleicht auch gerade deshalb.
 
Mit Lauftäuschen im Angriff überraschten die Söflinger die Gäste gleich nach dem Anpfiff und legten direkt auf 2:0 vor. Durch das gewonnene Selbstvertrauen im Angriff gelangen immer wieder sehenswerte Treffer. Nur ein einziges Mal übernahmen die SG Herbrechtingen-Bolheim die Führung (8:7, 13. Minute) in der Kuhberghalle. 
 
Wenige Minuten später hatte das Team von Werner Pointinger die Kontrolle über die Partie zurückgewonnen. Über 10:8 (18.), 13:11 (25.) und 16:14 (30.) transportierten die Gastgeber den Vorsprung in die Halbzeit.

Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Söflinger das Zepter fest in der Hand und agierten erneut wacher als die Mannschaft von Cosmin Popa. Mehrfach konnte ein Drei-Tore-Vorsprung (18:15 (33.), 22:19 (42.) und 25:22 (49.)) herausgeworfen werden, jedoch fehlte das letzte Quäntchen um die Begegnung frühzeitig zu entscheiden.

Die Söflinger ließen die Herbrechtinger immer am Leben, die den Rückstand jeweils wieder aufholten, bevor die TSG erneut wegzog. Das war auch den Nachlässigkeiten der Gäste geschuldet, die beim sechsten beziehungsweise siebten Feldspieler einfache Ballverluste produzierten, sodass Dennis Weiland (Foto: Ekaterina Morova) gleich vier Mal auf das leere Tor werfen konnte und sowohl wichtige als auch einfache Tore erzielte.

Bei einer Vier-Tore-Führung in der 55. Minute (29:25) und beim 30:27 gerade einmal 86 Sekunden sollte man eigentlich nicht mehr von viel Spannung ausgehen, allerdings luden die Söflinger die SG nochmals ein, den Rückstand zu verkürzen und schenkten auch beim 30:29 nochmals den Ball her. 
 
Nach dem Team-Team-Out blieb für Herbrechtingen beim Abwurf aber nur noch eine Sekunde übrig, die nicht mehr zu einem Torerfolg reichte. Der Sieg gegen die SG Herbrechtingen-Bolheim ist für die Söflinger in der kleinen Zehnerstaffel von großer Wichtigkeit, insbesondere im Hinblick auf die drei anstehenden Spiele. Mit 4:2 Punkten finden sich die TSG-Handballer im Mittelfeld der Tabelle wieder.

Am kommenden Samstag sind die Söflinger zu Gast beim Tabellenführer Bad Saulgau. Mit vier Siegen aus vier Spielen haben die Saulgauer neben der SG Lauterstein II als eine von zwei Mannschaften noch eine weiße Weste. Spielbeginn ist um 18 Uhr in der Sporthalle im Kronried.

Nur 48 Stunden nach Abpfiff steht für die TSG gleich das Nachholspiel gegen die TG Biberach an. Anpfiff ist am Montag, 8. Novenber, um 19.30 Uhr in der ratiopharm-Sporthalle auf dem Sportgelände der TSG Söflingen.
 
TSG Söflingen II: 
 
Oliver Seifried und Dennis Weiland (4) im Tor; Patrick Klöffel (9/3), Marc Krieger (5), Simon Pointinger (3), Valentin Engelhardt (2), Albert Unseld (2), Lukas Dürner (2), Thomas Deschler (1), Elias Braun (1), Niklas Christ (1), Paul Granse und Alexander Unseld.

Freitag, 17. September 2021

HSG-Handballer möchten die erzielten Fortschritte umsetzen

Friedrichshafen - Nach wochenlanger Vorbereitung geht es nun auch für die Landesliga-Herren der HSG Friedrichshafen-Fischbach um die ersten Punkte im regulären Spielbetrieb. Los geht’s für die Mannschaft von Coach Andreas Rohrbeck (im Bild links mit Marius Ratt, Foto: TS) am Samstag, 18. September, beim HC BW Feldkirch I (20 Uhr, Reichenfeldhalle). 

 
„Wir haben uns im letzten Teil der Vorbereitung und im speziellen im Trainingslager am vergangen Wochenende der Wettkampfvorbereitung gewidmet“, erzählt HSG-Cheftrainer Rohrbeck, der in der Vorbereitung von Marius Ratt und Ingo Ortlieb unterstützt wurde. „Hier konnten wir einige Fortschritte erzielen.“

Heißt, dass beispielsweise Sebastian Neher und Jannis Lunkwitz zusehends gelernt hätten - auch aufgrund des langfristigen Ausfalls von Tim Nothelfer - auf der Position „Rückraum Mitte“ Regie zu führen und das Heft in Hand zu nehmen. In der Abwehr habe die Häfler Spielgemeinschaft aufgrund der lang andauernden Verletzung von Klemen Kotnik, der nach einem Mittelhandbruch noch Trainingsrückstand hat, neue Konstellationen testen müssen.

„Klar, dass das eine gewisse Zeit braucht, bis sich neue Innenblock-Pärchen zu einer stabilen Alternative etablieren“, erklärt Rohrbeck. „Aber auch hier haben wir im Trainingslager - und ganz speziell am Montag beim Test in Steißlingen - klare Verbesserungen gesehen.“

Erfreulicherweise habe Rückraumshooter Kotnik nach seinem Mittelhandbruch - schneller als gedacht - wieder ins Spielgeschehen eingreifen können. Auf der Torhüterposition haben die „Blisshards“ mit Julian Wenzel (kam von der HSG Langenargen-Tettnang, Anmerkung der Redaktion) eine junge Verstärkung bekommen.

„Ich bin mit dem Dreier-Gespann sehr zufrieden, da ein dritter Torhüter natürlich den Konkurrenzkampf belebt und daraus ist aus meiner Sicht eine Leistungssteigerung aller drei zu erwarten“, ist Andreas Rohrbeck überzeugt, der - neben Wenzel - weiterhin auf Enrico Göser und David Pietsch zählen kann. Dafür fällt Lars Keller vorerst aus privaten Gründen aus.

„Wir sind sehr heiß auf das erste Saisonspiel in Feldkirch. Endlich dürfen wir wieder auf der Platte stehen, um für etwas Zählbares zu kämpfen. Dafür stehen wir ja schließlich regelmäßig im Training“, betont Rohrbeck, der den finalen Kader nach dem Abschlusstraining am Freitagabend benennen möchte und gegen Feldkirch, die kaum Veränderungen im Kader haben, eine „enge Partie auf Augenhöhe erwartet“.

„Wir werden alles in die Waagschale werfen, um die ersten Punkte der neuen Spielzeit einzufahren und somit einen positiven Start in die Landesliga-Saison verbuchen zu können“, blickt der 41-jährige Familienvater auf das erste Rundenspiel seit elf Monaten voraus.

Montag, 9. März 2020

HBBD-Bezirksvorstand wird einstimmig wiedergewählt

Bad Waldsee - Auf dem Bezirkstag des Handballbezirks Bodensee-Donau sind bei den Wahlen die großen Überraschungen ausgeblieben. Schließlich wurden Bezirksvorsitzender Heiko Griebel und seine Vorstandskollegen im Hymer-Museum in ihren Ämtern bestätigt.


Somit steht Heiko Griebel (links, Foto: TS), der für seine Verdienste im Bezirk und beim Handballverband Württemberg - kurz HVW - mit der silbernen Ehrennadel bedacht wurde, dem Gremium für weitere drei Jahre - also bis zum nächsten Bezirkstag im Jahr 2023 - vor. 

Auch seine Führungsmannschaft, die zuvor ebenfalls ihre Bereitschaft zum Weitermachen signalisiert hatte, wurde bei den Wahlen einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Neben Griebel sind das Michael Wiggenhauser, Referent für Finanzen und Verwaltung sowie Lehre und Nachwuchsförderung, Tobias Glöggler - Referent für Spieltechnik - und Alexander Weber, der als Schiedsrichterwart fungiert.

"Ich bedanke mich für euer Vertrauen und bitte euch, mich anzusprechen oder zu kontaktieren, falls euch etwas auf dem Herzen liegt", sagte Griebel. Ja, und auch beim Handball-Amateursport ist das Thema "Corona-Virus" inzwischen angekommen, weil es im Bezirk Bodensee-Donau aufgrund einzelner Verdachtsfälle bereits erste Spielabsagen gegeben hatte.

"Ich möchte an alle Vereine appellieren, in Eigenverantwortung zu entscheiden, ob gespielt werden kann oder nicht", forderte Heiko Griebel von den anwesenden Vertretern einzelner Vereine und Verbände, unter die sich auch einige Ehrengäste wie etwa Hans Artschwager (im Bild rechts), der Präsident des Handballverbandes Württemberg, gemischt hatten, der auf den Mitgliederschwund im Deutschen Handballbund verwies und in seiner Ansprache auch Parallelen zu den dänischen Nachbarn zog. 

"Um dem entgegen zu wirken, sind wir alle und insbesondere ihr an der Basis gefordert", erklärte Artschwager. Auch unter diesem Gesichtspunkt möchte Griebel noch enger mit den österreichischen Vereinen, deren Mannschaften im Bezirk mitspielen, und den bayerischen Nachbarn aus dem Bezirk Schwaben, die von ihrem Vorsitzenden Pius Waldmann in Bad Waldsee vertreten wurden, zusammen arbeiten.

"Gemeinsam können wir einfach mehr erreichen und ein gutes sowie gesundes Miteinander pflegen", ergänzte Heiko Griebel. Zudem rief der neue und alte Bezirksvorsitzende die Versammlung dazu auf, einen noch faireren Umgang mit Schiedsrichtern zu pflegen. 

"Ohne unsere Unparteiischen geht's nicht. Und das bedeutet auch, dass wir dringend für Nachwuchs sorgen sollten und müssen", betonte Griebel, bevor er allen noch "eine gute Heimfahrt und viel Erfolg mit euren Teams" auf den Weg gab.

Mittwoch, 18. September 2019

Die "alten Hasen" haben es noch nicht verlernt

Friedrichshafen - Die HSG Friedrichshafen-Fischbach II ist in Runde eins des Handball-Bezirkspokals knapp gescheitert. In einem ausgeglichenen Spiel waren die Gäste des HCL Vogt den nötigen Tick abschlussstärker und gewannen mit 24:22. Dabei hatte die Häfler Reserve, für die zahlreiche Ehemaligen auf der Platte standen, richtig gut begonnen (Foto: TS). 
 
 
Insbesondere der Defensivverbund um Spielertrainer Andreas Rohrbeck machte den HCL-Handballern zunächst das Leben schwer. Folgerichtig lagen die "alten Recken" der HSG FF - sehr zur Freude der vielen Zuschauer in der Häfler Bodenseesporthalle - mit 5:1 vorne, weil man auch im Gegenstoßspiel zu überzeugen wusste (11.). 
 
Wenige Zeigerumdrehungen später hatte sich der Gegner jedoch besser auf die Häfler Abwehr eingestellt und profitierte darüber hinaus von so manchem Fehlpass oder technischen Fehlern der Hausherren. Folgerichtig glich Vogt nach 20 Minuten zum 8:8-Zwischenstand aus, wendete einige Augenblicke später das Blatt und ging mit einem knappen 11:10-Vorsprung in die Pause. 
 
Nach dem Seitenwechsel war der Außenseiter in eigener Halle - das Team tritt lediglich als Reserve im Bezirkspokal an und ist nicht im regulären Spielbetrieb unterwegs - wieder den nötigen Tick aggressiver und schneller auf den Beinen - 14:11 (36.). Doch die HCL-Handballer hatten stets eine passende Antwort parat und wussten mit mehr Pass- und Fangsicherheit zu überzeugen.
 
Infolgedessen glich Vogt in Minute 41 zum 15:15 aus und setzte sich bis zur 51. Minute auf 20:16 ab - die Vorentscheidung. Als Marco Pilz für den HCL zum 24:18 einnetzte, war die Moral der "alten Recken" gebrochen. Zumindest beinahe, denn mit vier Treffern in Serie verkürzte man noch zum 22:24-Endstand. 
 
"Es hat riesigen Spaß gemacht", sagte HSG-Spielertrainer Andreas Rohrbeck nach dem Abpfiff. "Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Es waren ja nur drei Tore zu wenig", scherzte er. Dennoch hatte sich die Häfler Pokaltruppe den Applaus von den Rängen, auf denen viele Gäste anderer Vereine zu sehen waren, verdient.

HSG FF II: Hanfeld (Tor), Gorzalka (5), Baumann (5, 1/2), Rodi (3), Templin (3), Rohrbeck (3), Stehle (1), Knoblauch (1, 1/2), Ratt (1), Herrmann, Städele, Speth, Ortlieb, Rebholz.

HCL: Khater (Tor), Pilz (4/2), Culjak (4), Kernbach (4, 0/1), Zembrod (3), Schäle (2), Geyer (2), Buemann (2), Martin Merturi (2/1), David Merturi (1), Schmid, Weber.

Montag, 17. Juni 2019

VfB muss Traum von Verbandsliga-Aufstieg begraben

Baindt - Der VfB Friedrichshafen ist auch in der kommenden Spielzeit 2019/20 in der Fußball-Landesliga am Start. Im zweiten Aufstiegs-Relegationsspiel um den Einzug in die Verbandsliga Württemberg unterlagen die Männer um Spielertrainer Daniel Di Leo gegen den TSV Heimerdingen verdient mit 1:2.


Verdient deshalb, weil die "Gäste" aus Heimerdingen vor 977 Zuschauern auf dem Geläuf des SV Baindt (Foto: TS) mehr Ballsicherheit an den Tag legten und zudem mehr Durchschlagskraft in der Offensive entwickelten. Dabei waren die "Hausherren" vom Bodensee nach dem frühen 0:1-Rückstand in Minute 13 durch Pascal Dos Santos Coehlo sehenswert zurück gekommen.

Aus dem Nichts setzte Harun Toprak zum Schuss aus der Distanz an und hatte damit Erfolg. An Freund und Feind vorbei schlug die Kugel in der 22. Minute aus 25 Metern zum nicht unverdienten Ausgleich im TSV-Gehäuse ein: ein Treffer der Marke Traumtor, das von den "Häfler Jungs" entsprechend gefeiert wurde.

Bis zum Pausenpfiff passierte in einer recht chancenarmen Partie hüben wie drüben relativ wenig, weil beide Kontrahenten auf defensive Stabilität setzten und die Passgenauigkeit sowohl über die kurze Distanz als auch über lange Diagonalbälle mitunter zu wünschen übrig ließ.

Sechs Minuten nach dem Wiederanpfiff waren es erneut die in Rot spielenden Heimerdinger, die den nächsten erfolgreichen Abschluss zu verzeichnen hatten. Aufgrund einer missglückten Abseitsfalle stand Michele Ancona in halblinker Position plötzlich frei vor dem Gehäuse von VfB-Keeper Heiko Holzbaur.

Ein kurzer Blick, ein eleganter Chip - fertig war die 2:1-Führung für den TSV, der den mitgereisten Anhang in Verzückung versetzte. Währenddessen berieten sich Di Leo und Assistent Giovanni Rizzo, was nun zu tun ist beziehungsweise wäre. Innerhalb von 15 Minuten tauschte man gleich drei Mal.

Nachdem zunächst Joshua Merz für Michael Staudacher kam (55.), ersetzte Eugen Strom Jungspund Sebir Elezi (63.) sowie Michael Metzler Kapitän Denis Nikic (70.). Der VfB agierte nun in einer 4-4-2-Formation und erzeugte wesentlich mehr Druck auf die gut sortierte Heimerdinger Abwehr.

Zählbares sprang jedoch nicht wirklich heraus, obwohl Merz den Ausgleich nach einem schönen Spielzug in der Schlussphase sogar auf dem Fuß gehabt hatte (83.). Inzwischen war auch Daniel Di Leo für seinen Bruder Nico gekommen (74.). Ab sofort agierten die Häfler in einer 3-4-3-Formation, kamen jedoch nicht so richtig in die gefährlichen Abschlusssituationen.

Aber: Da der Gegner die eine oder andere Kontersituationen jedoch nicht sonderlich gut löste, schnupperte der VfB bis in die Nachspielzeit am möglichen Ausgleich. Doch es sollte an diesem Tag einfach nicht sein, sodass sich der TSV Heimerdingen feiern ließ und weiterhin von der Verbandsliga träumen darf.

Und der VfB? Der darf trotz des geplatzten Traums von der erhofften Verbandsliga-Rückkehr auf sich und seine Spielzeit stolz sein. Schließlich war man die komplette Rückrunde ungeschlagen geblieben und hatte sich so den hervorragenden zweiten Tabellenplatz hinter Meister TSV Berg hart erarbeitet.

Donnerstag, 13. Juni 2019

Vierfacher Hohmann schießt VfB in Runde zwei

Ravensburg - Der VfB Friedrichshafen hat sich in der Aufstiegsrelegation zur Fußball-Verbandsliga für die zweite Runde qualifiziert. Im Duell der Landesligisten mit dem SV Böblingen steckten die Jungs vom Bodensee auf dem Sportgelände des TSB Ravensburg sogar einen 0:2-Rückstand weg (Foto: TS).


Dieser war mehr als glücklich zustande gekommen, da eigentlich die "Gastgeber" vor rund 600 Zuschauern das aktivere Team gewesen waren. In Minute 43 erwischte Fabian Schragner VfB-Keeper Heiko Holzbaur aus der Distanz auf dem falschen Fuß, weil weder er noch seine Verteidigung mit einem Schuss rechneten. Kaum war die Partie nach dem Seitenwechsel wieder angepfiffen, erhöhte Semih Emirzeoglu auf 2:0.

Auch dieser Treffer war mehr als glücklich gefallen, weil die Häfler noch gar nicht richtig auf dem Platz gewesen waren und die Kugel schlicht und einfach gar nicht aus der Gefahrenzone bekamen. Zudem wurde das Spielgerät auf dem Weg hinter die Linie erst einmal abgeblockt und dann auch noch zweimal abgefälscht.

Andreas Köster, Friedrichshafens Sportbürgermeister, saß zu diesem Zeitpunkt bei herrlichem Sonnenschein ganz alleine auf einer Treppe in der Kurve und tippte auf seinem Mobiltelefon herum. Er war zu diesem Zeitpunkt des Relegations-Duells wohl nicht der Einzige gewesen, der nicht mehr so richtig an die Mannschaft von VfB-Spielertrainer Daniel Di Leo glaubte.

Doch die Häfler kamen zurück - und wie. Nach einer zu kurzen Rückgabe auf den Gäste-Keeper aus Böblingen roch Landesliga-Torjäger Sascha Hohmann den Braten und verkürzte in Minute 61 auf 1:2. Fortan spielte nur noch eine Mannschaft, nämlich die aus der Zeppelinstadt. Di Leo änderte die Grundordnung, ließ in Absprache mit Assistent Giovanni Rizzo viel offensiver agieren und wechselte sich darüber hinaus selbst ein. 

Elf Minuten später war es abermals Hohmann, der einen schön vorgetragenen Angriff zum 2:2-Ausgleich über die Linie bugsierte. In den Schlussminuten hatten beide Kontrahenten die Entscheidung auf dem Fuß - doch es sollte in die Verlängerung gehen. In dieser machte Hohmann mit zwei weiteren Treffern (94., 115.) den Sack zu, während der SVB sogar noch eine Rote Karte kassierte.

Doch der anschließenden Freistoß nach Notbremse brachte nichts mehr ein, sodass sich der VfB Friedrichshafen von seinem mitgereisten Anhang um die "Häfler Jungs" feiern lassen durfte. Am Sonntag, 16. Juni, geht's um 15 Uhr nun gegen den TSV Heimerdingen in Baindt weiter.

Sonntag, 13. März 2016

Wenn unter den Wählern die größten Verlierer sind!

Stuttgart - Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg hat es einige Überraschungen gegeben. Dass jedoch CDU und SPD aus Sicht vieler Wahlforscher zu Verlierern gemacht wurden, ist aus meiner Sicht falsch. Verloren haben nämlich diejenigen, die ihr Kreuz (aus Protest) bei der AfD gemacht haben.
 
Dennoch gibt es einen eindeutigen Sieger dieser Wahlen - und das sind die Grünen. Das "Bündnis 90" holte im "Ländle" starke 30,3 Prozent der Wählerstimmen und lief der CDU zwischen Mannheim und dem Bodensee den Rang als bisher stärkste Partei ab. Denn die Christdemokraten erhielten gerade einmal 27,0 Prozentpunkte. Dass auch die SPD Federn lassen musste, ist ebenfalls keine Überraschung.
 
Dass die Sozialdemokraten jedoch dieses Mal gerade einmal 12,7 Prozent der Wähler hinter sich bringen konnte, ist ein Ausrufezeichen. In Anbetracht der Stimmeinbußen der großen zwei Parteien geht voll und ganz unter, dass die FDP ihr Stimmental so langsam verlässt und im Aufwind ist (8,3 Prozent). Die sonstigen Parteien und Interessenverbände kommen gerade einmal auf 3,7 Prozentpunkte.
 
Und dann passierte im ansonsten von der CDU geprägten Land im Süden der Bundesrepublik etwas, das nicht nur einige Kopfschmerzen erzeugt, sondern auch zum ernsten Nachdenken anregt. Aus dem Stand kam die AfD ("Alternative für Deutschland") auf sage und schreibe 15,1 Prozent der Wählerstimmen. In Sachsen-Anhalt erhielt das rechtspopulistische Bündnis sogar 24,3 Prozentpunkte.
 
Angesichts dieser Zahlen muss man sich schon fragen, was so manchen Wahlberechtigten dazu bewegt hat, seine Stimme ausgerechnet diesem Bündnis zu geben. Eine der etablierten Parteien damit zu schwächen, mag stimmentechnisch gelungen sein - aber es ist und bleibt der falsche Weg! Nur gut, dass keine der anderen gewählten Parteien mit der AfD koalieren möchte.  Die wahrscheinlichste Regierung dürfte also Grün-Schwarz mit Ministerpräsident Kretschmann sein. 

Mittwoch, 29. April 2015

"Wir haben Kritiker verloren und Freunde gewonnen!"

Hard - Zu einem besonderen Jubiläum haben die Harder Stadtverwaltung und der örtliche Geschichtsverein eingeladen. Zur Eröffnung der Fotoausstellung "25 Jahre Hohentwiel" begrüßten sie Kapitän a.D. Reinhard E. Kloser im Rathaus der österreichischen Kleinstadt.


Dieser berichtete anhand eines etwa einstündigen Diavortrages mit seltenen Archivfotos und sehenswerten Originalaufnahmen über die Anfänge des 1913 erbauten Dampfschiffes, das seit 1990 wieder auf dem Schwäbischen Meer im Personenbeförderungsverkehr unterwegs ist.

Doch bis es wieder soweit war, vergingen für Initiator Kloser und seine vielen Helfer über fünf arbeitsintensive Jahre im Pendelverkehr zwischen Bregenz, Fußach und Hard. Denn das stolze Wassergefährt war in die Jahre gekommen, wurde 1963 stillgelegt und rottete als Restaurant bis 1984 vor sich hin.

Bis, ja bis der Referent (Foto: TS) Freunde und Gönner gewann, die mit ihm an der Wiederinstandsetzung des württembergischen Schaufelraddampfers arbeiten wollten. 12,5 Millionen Mark hätte dieses Projekt Ende der 1980er Jahre gekostet - mit Hilfe von insgesamt 186 Firmen, die die Arbeiten am Schiff teilweise auf ihre Auszubildenden verteilten, wurden die laufenden Kosten gesenkt.

4,5 Millionen Mark waren es, die noch aufzubringen waren. "Der da, der ist meschugge", hätten die Leute gesagt und mit dem Finger auf ihn gezeigt, wenn Kapitän Kloser zu dieser Zeit mit dem Fahrrad durch den Ort gefahren wäre. Neben Lindaus Landrat Klaus Henninger zählten Klosers Ehefrau und dessen drei Töchter zu seinen größten Fans und Fürsprechern. "Wir haben Kritiker verloren und Freunde gewonnen!"

Jeden Sonntagnachmittag um 15.30 Uhr habe er sich mit Henninger über das weitere Vorgehen bei der mühevollen Restaurierung ausgetauscht, die über die Monate hinweg immer mehr Zuspruch gewann. Am 28. Dezember 1989 wurde die Maschine erstmals angelassen, am 7. Februar 1990 lief die Hohentwiel, deren württembergische Wappen auf den Radkästen je 1,5 Tonnen wiegen, erstmals aus.

Am 17. Mai 1990 beförderte das knapp 57 Meter lange Schiff erneut Passagiere, für die Beflaggung zeigten sich die Kloser-Frauen verantwortlich. "Seit der Jungfernfahrt habe er in jedem Jahr 3,5 graue Haare dazu bekommen", witzelte Kapitän Kloser und ergänzte: "Die Hohentwiel gehört zu Hard, sie ist Anteil der Gemeinde. Ich wünsche der jetzigen Crew allzeit gute Fahrt und eine glückliche Heimkehr." Auf mindestens weitere 25 Jahre!