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Donnerstag, 2. Dezember 2021

VfB-Volleyballer starten mit Niederlage in die Königsklasse

Neu-Ulm - Die Volleyballer des VfB Friedrichshafen (blaue Trikots, Foto: Günter Kram) haben ihren Auftakt in die Champions League Saison 2022 verloren. Die Häfler mussten sich Knack Volley Roeselare in Pool A mit 2:3 (18:25, 25:23, 16:25, 25:22, 9:15) geschlagen geben und stehen nach dem ersten Spieltag mit einem Punkt auf Rang drei. 

 
Vor allem im Aufschlag waren die Belgier - laut VfB-Vereinsmitteilung - dem deutschen Rekordmeister überlegen. Ja, das erste Champions-League-Spiel der aktuellen Saison hatte noch etwas von Abtasten, wobei sich Knack Roeselare etwas weniger schwer tat als der VfB Friedrichshafen (2:3, 7:10).

Die Häfler brauchten Zeit, kamen dann aber in Schwung und wurden jäh in ihrem Rhythmus unterbrochen. Den Punkt zum 11:13 machten sie, allerdings blieb Mittelblocker Lucas Van Berkel mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Der Kanadier war umgeknickt und musste gestützt vom Feld.

Andri Aganits kam für Van Berkel, allerdings hatte das Heimteam den Faden verloren und konnte erst einmal nur zuschauen, wie Roeselare aufs Gaspedal drückte. Das Team von Ex-Häfler Arno Van De Velde, der allerdings die Bank drücken musste, schlug stärker auf und verteidigte viele Angriffe des deutschen Königsklassen-Vertreters.

Daniel Muniz, der nicht so richtig in Tritt kam, legte den ersten Satzball der Belgier neben die Linie (18:25). Nach diesem schnellen Ende hatte sich Friedrichshafen etwas vorgenommen. Erst schlug Simon Hirsch das Ass (3:0), dann legte Aganits mit dem Block nach (4:0). Bis zum 10:7 durch einen Hinterfeld-Angriff von Vojin Cacic hielt diese Führung.

Das Team aus Belgien war in dieser Phase - so der VfB weiter - allerdings effektiver, gewann erst eine umstrittene Challenge (11:10) und zog dann sogar davon (17:14). Mark Lebedew brachte Luciano Vicentin, Stefan Thiel und Lukas Maase und plötzlich rollte der Häfler Angriff wieder.

Maase punktete mit dem Angriff (20:21), Cacic blockte Ahyi (23:20) und ein belgischer Spieler zappelte im Netz (24:22). Simon Hirsch kam zurück und durfte die Aufholjagd seines Teams vollenden (25:23). Knapp sei es dann auch im dritten Durchgang geblieben - zumindest bis zur Mitte des Satzes.

Dass Friedrichshafen erneut die Chancen nicht nutzte und sich nicht absetzen konnte (3:4, 7:7), sollte sich wieder rächen. Matthijs Verhanneman ging zum Aufschlag und wollte dort so schnell nicht weg. Mit zwei schönen Blockpunkten setzten sich die Gäste ab (16:12) und es kam noch dicker für den VfB.

Trotz erneuter Wechsel im Häfler Team, hatte Roeselare dieses Mal Antworten parat. Nur noch vier Zähler gestatteten sie den Häflern. Sander Depovere machte im Eiltempo den Deckel drauf (25:16). Und: Wie es sich für ein Spitzenspiel gehört, ging es dann gleich wieder in die andere Richtung.

Mit seinem Block gegen Ahyi (5:5) kündigte Vojin Cacic schon an, dass er nun die Zügel in die Hand nehmen wollte. Und der Kapitän der montenegrinischen Nationalmannschaft lieferte. Er bediente erst Vicentin zum 9:7, punktete gleich zwei Mal selbst (16:12, 18:16). Mit starken Aufschlägen und einem Ass zum 19:16 läutete er die Schlussphase ein.

Friedrichshafen hielt den Vorsprung, auch weil Rückkehrer und Zuspieler Dejan Vincic seine Angreifer nun sehr variabel einsetzte (24:21). Der zweite Satzball sollte es dann sein - Roeselare setzte das Service ins Netz (25:22). Es ging also in den Entscheidungssatz, den Friedrichshafen mit dem ersten Break wieder besser begann (3:2).

Allerdings drehte sich dann wieder das Blatt. Dieses Mal zu Gunsten von Knack Roeselare. Es begann mit einem Ass von Desmet (5:3) und ging mit einem starkem Service von Verhanneman weiter (12:7). Friedrichshafen hatte nichts mehr entgegenzusetzen und musste sich nach fast zweieinhalb Stunden Spielzeit geschlagen geben - 15:9, 3:2 für Roeselare.

„Wir haben Roeselare zeitweise nur zugeschaut und das hat sich am Ende gerächt“, zeigte sich VfB-Cheftrainer Mark Lebedew unzufrieden. „Wenn wir unser Spiel gemacht haben, haben wir die Sätze gewonnen. Wenn wir nur zugesehen haben, war Roeselare stärker.“

Samstag, 23. Mai 2020

Der große und der kleine VfB gehen Kooperation ein

Stuttgart - Das Nachwuchsleistungszentrum des schwäbischen Traditionsvereins VfB Stuttgart hat sich ab sofort zu einer Zusammenarbeit im Jugendbereich mit dem VfB Friedrichshafen entschlossen (Grafik: VfB Stuttgart). 


Beide Klubs möchten in den Jahrgängen U9 bis U15 fortan engzusammenarbeiten, um Talente zu entdecken sowie entsprechend zu fördern. Doch damit nicht genug, schließlich sollen auch die Jugendtrainer des Fußball-Landesligisten aus der Zeppelin- und Messestadt von dieser neuen Zusammenarbeit möglichst viel mitnehmen können. 

„Es ist geplant, dass einmal im Monat ein Coach aus dem VfB-Nachwuchs zu uns an den Bodensee kommt und hierbei das Training nicht nur mit-gestaltet, sondern unseren Übungsleitern darüber hinaus noch mehr Wissen vermittelt“, erklären Dalibor Buspanovic und Klaus Segelbacher aus dem Vorstand des blau-weißen VfB. 

Während die Talente aus den Jahrgängen U9 bis U13 beispielsweise in Punkto Spielintelligenz oder Handlungsschnelligkeit vor Ort am Bodensee betreut werden sollen, steht für Talente der älteren Jahrgänge U14 und U15 eine gezielte Schulung - die sogar am Neckar stattfinden soll - auf dem gemeinsam erarbeiteten Kooperationsplan, der unter der Federführung von Thomas Krücken, „Direktor Sport“ im Nachwuchsleistungszentrum beim VfB Stuttgart, entstanden ist.

Dieser gemeinsame Weg sieht insbesondere vor, dass sich die Nachwuchstalente nicht nur fußballerisch, sondern auch in der Persönlichkeitsentwicklung verbessern. „Wir freuen uns, dass wir mit dem VfB zusammenarbeiten dürfen und versprechen uns ein Projekt, von dem beide Seiten nachhaltig profitieren können“, fügen Buspanovic und Segelbacher noch hinzu. 

Donnerstag, 14. November 2019

17. MTU-Cup: Die Gruppen sind nun ausgelost

Friedrichshafen - Beim mit Spannung erwarteten MTU-Hallencup für U-15-Junioren in der Häfler ZF-Arena sind inzwischen die Gruppen ausgelost worden. Dabei dürfen sich die teilnehmenden Teams aus der Region schon an Tag eins, 30. November, ab 8.30 Uhr, der 17. Auflage auf zahlreiche brisante Duelle freuen (Grafik: VfB).


In insgesamt vier Gruppen kämpfen jeweils sechs Mannschaften ums Weiterkommen auf dem Kunstrasen, der erst wenige Tage vor dem Turnierstart verlegt wird. Erstmals am Bodensee ist dabei der Nachwuchs von Atletico Madrid zu Gast, der es in Gruppe T nicht einfach haben wird.

Denn die Jungs aus der spanischen Hauptstadt bekommen es mit der Eintracht aus Frankfurt, Arsenal Lomdon, dem BVB sowie den "Local Heroes" VfB Friedrichshafen I und TSV Tettnang zu tun.

Auch in Gruppe M hat ein Turnierdebütant - nämlich der Nachwuchs des FC Valencia - das Vergnügen mit einigen Dauergästen des zweitägigen Wettbewerbs, der von der Rolls Royce Power Sytems AG mit ihrer Kermarke MTU Friedrichshafen gesponsert wird. Valencia trifft hierbei auf den FC Schalke 04, Chelsea London, Altinordu Izmir FK sowie die SG Ettenkirch-Kehlen und den SV Kressbronn.

Natürlich fndet auch in Gruppe "U" ein Treffen richtig großer Namen statt, wenn der FC Barcelona "Grana", Manchester United, der FC Bayern München sowie Olimpija Ljubljana mit dem MTU-LZ-Friedrichshafen und der SGM Fischbach-Schnetzenhausen ums Weiterkommen kämpfen.

"Nast but not least" warten in der Gruppe "19" die nächsten Kracher auf die Fußballfans auf den mit Sicherheit vollbesetzen Tribünen der ZF-Arena, wenn der FC Barcelona "Blau", Debütant FC Liverpool und Ajax Amsterdam auf die Düsseldorfer Fortunen sowie den SV Bermatingen und den VfB Friedrichshafen II treffen.

"Wir dürfen uns mit Sicherheit abermals auf viele spannende Begegnungen und richtig guten Fußball freuen", erklärt Turnierorganisator Klaus Segelbacher. "Es ist nur schwer, einen klaren Favoriten auszumachen. Aber ich bin besonders auf die Turnierdebütanten gespannt."

Weitere Infos zum 17. MTU-Hallencup gibt's auf der Website zum Turnier.

Freitag, 26. Juli 2019

VfB-Fußballer bestätigen Vorstand im Amt

Friedrichshafen - Die Fußball-Abteilung des VfB Friedrichshafen setzt auch in Zukunft auf ihre bewährte Führungsmannschaft. Bei der Hauptversammlung im VfB-Stadionrestaurant ist Vorstand Dalibor Buspanovic für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt worden (Foto: Günter Kram). Ehrengast Martin Herzog, ehemals Häfler Oberbürgermeister und Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg, erhielt darüber hinaus eine Ehrung für 40 Jahre VfB-Mitgliedschaft. 


Auch Rolf Langenstein, der den VfB seit Jahren unterstützt, wurde geehrt. Langenstein ist mittlerweile bereits seit 25 Jahren in Blau-Weiß im und rund um das Zeppelinstadion unterwegs. Dort machten insbesondere die "Erste" in der Landesliga Württemberg und deren Reserve in der Kreisliga A II Bodensee von sich reden. 
 
Während die Mannschaft um Spielertrainer Daniel Di Leo, "Co" Giovanni Rizzo und dem sportlichen Leiter Alex Heumann dank einer starken Rückrunde (19 Spiele in Serie ungeschlagen) noch den zweiten Tabellenplatz erreichte, jedoch in der Relegation zur Fußball-Verbandsliga in Runde zwei scheiterte (die SZ berichtete), beendete die "Zweite" um Spielertrainer Oliver Senkbeil ihre Saison auf einem ordentlichen vierten Tabellenplatz und blieb nach der Winterpause ebenfalls ohne Niederlage. 
 
Auf dieser Grundlage möchte die VfB-Führung aufbauen, hat mit der Zeppelin GmbH einen zusätzlichen Trikot-Sponsor gewonnen und wird die Verjüngung des Kaders des Landesliga-Teams konsequent vorantreiben. Aktuell bestehen die erste Mannschaft sowie die VfB U23 überwiegend aus eigenen Nachwuchskräften. 
 
"Da bei unserer Ersten viele etablierte Kräfte aufgehört haben, brauchen wir in dieser Phase des Umbruchs vor allem Geduld", betonte Dalibor Buspanovic, der sich über seine einstimmige Wiederwahl als 1. Vorsitzender freuen durfte. Ihm zur Seite stehen die Stellvertreter Roland Jäger, Klaus Segelbacher, Kristijan Jakic sowie Sandro Musso, während sich Thomas Müller als Kassier um die Finanzen kümmert. Beisitzer im VfB-Vorstand sind Alexander Heumann, Oktay Korkmaz, Andreas Müller und Philipp Meier. 
 
Obwohl die Vorstandschaft aus altbekannten Köpfen bestehen bleibt, erhält das Jugendkonzept ein neues Gesicht. Ab sofort setzt der VfB, mit den Jugendleitern Sandro Musso und Oktay Korkmaz, an der Teuringer Straße 2 noch stärker auf eine gute Jugendausbildung und bietet dafür nicht weniger als 26 Nachwuchstrainer auf. 
 
Von den Bambinis bis zur ersten Mannschaft werden alle VfB-Kicker nun nach einem einheitlichen Konzept gefördert, für das Jugendkoordinator Boban Savic Unterstützung durch Gianpiero Di Nicola als weiteren Jugendkoordinator erhält. Auch die Firmen Trends-Sport und das Stadtwerk am See intensivieren die Zusammenarbeit nachhaltig für die VfB-Junioren. 
 
In seiner Abschlussrede würdigte Martin Herzog die gute Arbeit des VfB und wünschte "seinem Verein" weiterhin alles Gute. Schließlich habe sein ehemaliger Chef, Ex-Ministerpräsident Lothar Späth, einst sogar versucht, Herzog für einen anderen VfB - also den mit dem roten Brustring aus der Landeshauptstadt - zu begeistern, woraufhin er sagte: Der VfB Friedrichshafen wird meine Heimat bleiben. Dafür erntete er lauten Applaus.

Montag, 17. Juni 2019

VfB muss Traum von Verbandsliga-Aufstieg begraben

Baindt - Der VfB Friedrichshafen ist auch in der kommenden Spielzeit 2019/20 in der Fußball-Landesliga am Start. Im zweiten Aufstiegs-Relegationsspiel um den Einzug in die Verbandsliga Württemberg unterlagen die Männer um Spielertrainer Daniel Di Leo gegen den TSV Heimerdingen verdient mit 1:2.


Verdient deshalb, weil die "Gäste" aus Heimerdingen vor 977 Zuschauern auf dem Geläuf des SV Baindt (Foto: TS) mehr Ballsicherheit an den Tag legten und zudem mehr Durchschlagskraft in der Offensive entwickelten. Dabei waren die "Hausherren" vom Bodensee nach dem frühen 0:1-Rückstand in Minute 13 durch Pascal Dos Santos Coehlo sehenswert zurück gekommen.

Aus dem Nichts setzte Harun Toprak zum Schuss aus der Distanz an und hatte damit Erfolg. An Freund und Feind vorbei schlug die Kugel in der 22. Minute aus 25 Metern zum nicht unverdienten Ausgleich im TSV-Gehäuse ein: ein Treffer der Marke Traumtor, das von den "Häfler Jungs" entsprechend gefeiert wurde.

Bis zum Pausenpfiff passierte in einer recht chancenarmen Partie hüben wie drüben relativ wenig, weil beide Kontrahenten auf defensive Stabilität setzten und die Passgenauigkeit sowohl über die kurze Distanz als auch über lange Diagonalbälle mitunter zu wünschen übrig ließ.

Sechs Minuten nach dem Wiederanpfiff waren es erneut die in Rot spielenden Heimerdinger, die den nächsten erfolgreichen Abschluss zu verzeichnen hatten. Aufgrund einer missglückten Abseitsfalle stand Michele Ancona in halblinker Position plötzlich frei vor dem Gehäuse von VfB-Keeper Heiko Holzbaur.

Ein kurzer Blick, ein eleganter Chip - fertig war die 2:1-Führung für den TSV, der den mitgereisten Anhang in Verzückung versetzte. Währenddessen berieten sich Di Leo und Assistent Giovanni Rizzo, was nun zu tun ist beziehungsweise wäre. Innerhalb von 15 Minuten tauschte man gleich drei Mal.

Nachdem zunächst Joshua Merz für Michael Staudacher kam (55.), ersetzte Eugen Strom Jungspund Sebir Elezi (63.) sowie Michael Metzler Kapitän Denis Nikic (70.). Der VfB agierte nun in einer 4-4-2-Formation und erzeugte wesentlich mehr Druck auf die gut sortierte Heimerdinger Abwehr.

Zählbares sprang jedoch nicht wirklich heraus, obwohl Merz den Ausgleich nach einem schönen Spielzug in der Schlussphase sogar auf dem Fuß gehabt hatte (83.). Inzwischen war auch Daniel Di Leo für seinen Bruder Nico gekommen (74.). Ab sofort agierten die Häfler in einer 3-4-3-Formation, kamen jedoch nicht so richtig in die gefährlichen Abschlusssituationen.

Aber: Da der Gegner die eine oder andere Kontersituationen jedoch nicht sonderlich gut löste, schnupperte der VfB bis in die Nachspielzeit am möglichen Ausgleich. Doch es sollte an diesem Tag einfach nicht sein, sodass sich der TSV Heimerdingen feiern ließ und weiterhin von der Verbandsliga träumen darf.

Und der VfB? Der darf trotz des geplatzten Traums von der erhofften Verbandsliga-Rückkehr auf sich und seine Spielzeit stolz sein. Schließlich war man die komplette Rückrunde ungeschlagen geblieben und hatte sich so den hervorragenden zweiten Tabellenplatz hinter Meister TSV Berg hart erarbeitet.

Donnerstag, 13. Juni 2019

Vierfacher Hohmann schießt VfB in Runde zwei

Ravensburg - Der VfB Friedrichshafen hat sich in der Aufstiegsrelegation zur Fußball-Verbandsliga für die zweite Runde qualifiziert. Im Duell der Landesligisten mit dem SV Böblingen steckten die Jungs vom Bodensee auf dem Sportgelände des TSB Ravensburg sogar einen 0:2-Rückstand weg (Foto: TS).


Dieser war mehr als glücklich zustande gekommen, da eigentlich die "Gastgeber" vor rund 600 Zuschauern das aktivere Team gewesen waren. In Minute 43 erwischte Fabian Schragner VfB-Keeper Heiko Holzbaur aus der Distanz auf dem falschen Fuß, weil weder er noch seine Verteidigung mit einem Schuss rechneten. Kaum war die Partie nach dem Seitenwechsel wieder angepfiffen, erhöhte Semih Emirzeoglu auf 2:0.

Auch dieser Treffer war mehr als glücklich gefallen, weil die Häfler noch gar nicht richtig auf dem Platz gewesen waren und die Kugel schlicht und einfach gar nicht aus der Gefahrenzone bekamen. Zudem wurde das Spielgerät auf dem Weg hinter die Linie erst einmal abgeblockt und dann auch noch zweimal abgefälscht.

Andreas Köster, Friedrichshafens Sportbürgermeister, saß zu diesem Zeitpunkt bei herrlichem Sonnenschein ganz alleine auf einer Treppe in der Kurve und tippte auf seinem Mobiltelefon herum. Er war zu diesem Zeitpunkt des Relegations-Duells wohl nicht der Einzige gewesen, der nicht mehr so richtig an die Mannschaft von VfB-Spielertrainer Daniel Di Leo glaubte.

Doch die Häfler kamen zurück - und wie. Nach einer zu kurzen Rückgabe auf den Gäste-Keeper aus Böblingen roch Landesliga-Torjäger Sascha Hohmann den Braten und verkürzte in Minute 61 auf 1:2. Fortan spielte nur noch eine Mannschaft, nämlich die aus der Zeppelinstadt. Di Leo änderte die Grundordnung, ließ in Absprache mit Assistent Giovanni Rizzo viel offensiver agieren und wechselte sich darüber hinaus selbst ein. 

Elf Minuten später war es abermals Hohmann, der einen schön vorgetragenen Angriff zum 2:2-Ausgleich über die Linie bugsierte. In den Schlussminuten hatten beide Kontrahenten die Entscheidung auf dem Fuß - doch es sollte in die Verlängerung gehen. In dieser machte Hohmann mit zwei weiteren Treffern (94., 115.) den Sack zu, während der SVB sogar noch eine Rote Karte kassierte.

Doch der anschließenden Freistoß nach Notbremse brachte nichts mehr ein, sodass sich der VfB Friedrichshafen von seinem mitgereisten Anhang um die "Häfler Jungs" feiern lassen durfte. Am Sonntag, 16. Juni, geht's um 15 Uhr nun gegen den TSV Heimerdingen in Baindt weiter.

Montag, 28. Januar 2019

Längst noch nicht alles Gold, was glänzt!

München - Der FC Bayern München hat mit einem 4:1-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart seine Ansprüche untermauert, weiterhin Druck auf Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund auszuüben. Dabei offenbarte der deutsche Rekordmeister phasenweise eklatante Abwehrschwächen.


Es war die Phase nach dem Stuttgarter Ausgleich durch ein echtes Traumtor von Anastasios Donis, als die Bayern vor ausverkauftem Haus im Münchner Norden zu schwimmen begannen. Vereinzelte Pfiffe waren im weiten rund der 75.000 Zuschauer zu hören. Dabei hatten die Bayern stark begonnen.

Thiago erzielte bereits nach fünf Minuten die Führung für den Gastgeber, der weiterhin Druck auf die Stuttgarter Defensive ausübte, jedoch das Ausbauen des Vorsprungs verpassten. Nach Donis Treffer (26.) war der Offensivdrang der Kovac-Elf nicht mehr vorhanden - das 1:1 zur Pause recht schmeichelhaft für den Favoriten von der Isar, dessen Bosse mit ernsten Gesichtern im VIP-Raum verschwanden.

Nach dem Seitenwechsel kam Serge Gnabry für Javi Martinez in die Partie und die FCB-Stars hatten plötzlich wieder mehr Lust und Schwung, ihrem Anhang Freude zu bereiten. Während Gnabry und Kingsley Coman die Flügel beackerten, wechselte FCB-Urgestein Thomas Müller in die Zentrale hinter Stoßstürmer Robert Lewandowski.

Gnabry war es auch, der mit tatkräftiger Unterstützung von VfB-Kapitän Christian Gentner auf 2:1 stellte (55.), bevor Leon Goretzka von einem Patzer durch Schwaben-Keeper Ron-Robert Zieler profitierte und zum 3:1 einnickte (71.). In der 65. Minute setzte Lewandowski einen Elfer ans Aluminium.

In der 84. Minute machte es der Torjäger aus Polen mit einer schönen Einzelaktion dann aber besser, als er Zieler umkurvte und für den 4:1-Endstand verantwortlich war. Hinterher waren Teile des Bayern-Anhangs erleichtert, dass alle drei Punkte in Fröttmaning geblieben waren. Es sieht wohl so aus, als wäre Müller zentral eben besser aufgehoben als auf der rechten Außenbahn. 

Mit einer sehenswerten Choreographie gedachte die Südkurve vor dem Anpfiff Ex-Präsident Kurt Landauer (Foto: TS), der jüdischen Ursprungs gewesen und vor dem NS-Regime einst in die Schweiz geflüchtet war. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Landauer ein drittes Mal Vorsitzender der Bayern.

Donnerstag, 10. Mai 2018

Die BR Volleys zeigen dem VfB seine Grenzen auf

Friedrichshafen - Die Berlin Recycling Volleys haben die Titelverteidigung in der Vergabe um die deutsche Volleyball-Meisterschaft perfekt gemacht. Vor 3910 Zuschauern in der - erstmals in dieser Spielzeit - ausverkauften ZF-Arena gewann die Mannschaft von Trainer Stelian Moculescu mit 3:0 (25:20, 25:17, 25:22) gegen den VfB Friedrichshafen (Foto: TS).


Zu keinem Zeitpunkt der Partie fanden die Hausherren ihren Spielrhythmus, waren im Block oft zu spät dran und erwischten in der Feldabwehr einen mehr als durchwachsenen Tag. Während das Team des ehemaligen Erfolgstrainers vom Bodensee mehr Durchschlagskraft entwickelte, fiel dem als Favorit in die Finalserie gegangenen VfB nichts, aber auch gar nichts ein.

Auch die stimmungsvolle Kulisse sowie die vielen taktischen und personellen Wechsel von Chefcoach Vital Heynen fruchteten nicht - es lief alles für den Meister von der Spree, der in Durchgang zwei erst so richtig groß aufspielen sollte. 6:0, 11:3 und 20:11 stand es da zwischenzeitlich für die BR Volleys.

Die einzige Führung im gesamtem Spielverlauf glückte dem Gastgeber zum 1:0-Zwischenstand in Abschnitt drei. Obwohl man sich da nicht wirklich abschütteln ließ und Hallensprecher Sven Rautenberg alles gab, sollte es an diesem Abend einfach nicht sein für den Pokalsieger.

Nach nicht einmal 90 Minuten hatten die Hauptstädter den einseitigen Vergleich im alles entscheidenden fünften Spiel für sich entschieden und durften verdient die Schale in die Höhe recken, nachdem sich VfB-Zuspieler Simon Tischer, der seine Karriere beendet, bei allen Fans und Mitstreitern - zu denen er auch Titelgarant Moculescu zählte - bedankte.

Dass dann vorne im Foyer, als Vital Heynen zum Häfler Anhang sprechen wollte, das Mikrofon nicht funktionierte und seine Worte im Getümmel und Gebrummel der niedergeschlagenen Fans untergingen, passte irgendwie ins Bild dieses verkorksten Abends aus VfB-Sicht. 

Dienstag, 10. April 2018

VfB-Volleyballer verpassen Einzug ins Final-Four"

Friedrichshafen - Für die Volleyballer des VfB Friedrichshafen ist die laufende Spielzeit in der CEV-Champions-League beendet. Im Viertelfinal-Rückspiel vor 3270 Zuschauern in der Häfler ZF-Arena kassierte der Gastgeber gegen Zaksa Kedzierzyn-Kozle eine deutliche 0:3-Niederlage (Foto: TS).
 
 
Da auch das Hinspiel - zwar wesentlich knapper mit 3:2 - an den polnischen Meister gegangen war, darf dieser nun Mitte Mai im russischen Kazan um die europäische Krone kämpfen. Und das völlig verdient, weil Friedrichshafen von Beginn an nicht richtig ins Spiel gekommen war.
 
Das polnische Spitzenteam wusste sofort mit druckvollen Aufschlägen und präzisen Angriffen zu überzeugen, gegen die das Team von VfB-Cheftrainer Vital Heynen einfach kein wirksames Mittel fand. Mitunter schlug der Ball schon auf dem Boden ein, als die Hausherren gerade erst den Block gestellt hatten.
 
Im zweiten Satz stand die Feldabwehr der Häfler Volleyballer dann besser - zumindest etwas: Die Ballwechsel wurden länger, weil Zaksa zu weiteren Varianten gezwungen war. In der Schlussphase des zweiten Durchgangs war die Gegenwehr des Bundesliga-Seriensiegers vom Bodensee gebrochen.
 
Auch im dritten Satz dominierten Kapitän Benjamin Toniutti und Co. beinahe nach Belieben - schnell war ein komfortabler Vorsprung erspielt, den die Spitzenmannschaft aus dem Nachbarland - sehr zur Freude der mitgereisten Fans - nicht mehr abgab und mit 25:19, 25:18 und 25:13 siegte.
 
"Das ist die Rangordnung im europäischen Volleyball, das müssen wir akzeptieren“, bilanzierte Vital Heynen hinterher. „Der polnische Meister hat heute gezeigt, dass er eben stärker ist als das führende Team in Deutschland."

Freitag, 14. Oktober 2016

Teampräsentation: Das (neue) "Wir-Gefühl des VfB-Volleyball!

Friedrichshafen - Die Mannschaftsvorstellung der VfB Friedrichshafen Volleyball GmbH in der ZF-Arena ist ein voller Erfolg gewesen. Denn am Sportpark 6 entstand zwischen Spielern, Verantwortlichen und Fans ein neues "Wir-Gefühl" - und das nicht nur, weil Vital Heynen den über 400 Gästen seine Mobilfunknummer in die Handys diktierte.
 
 
Dass der neue Übungsleiter aus Belgien ein ganz anderer Typ als Titelgarant Stelian Moculescu ist, war bekannt. Aber dass es Heynen derart leicht und launig verstand, die Zuhörerschaft an diesem Donnerstagabend für sich zu gewinnen, überraschte. Doch seine charmante Lockerheit kam an - und wie. Spätestens dann, als er zu seiner Nummer auch noch belgische Pommes mit Sauce servierte.
 
Man wolle jedes Spiel gewinnen sagten die "Häfler", deren neues Motto die hellgrauen T-Shirts, Sweatshirts und Kupuzenpullis zierte. Highlight des Abends war jedoch zweifelsohne das Überstreifen der neuen Trikots durch die langen Kerle, die den VfB zurück in die Erfolgsspur pritschen, baggern und schmettern sollen. Die Jerseys passen, die Charaktere im Team auch.
 
Acht deutsche Akteure zählt Heynen im Kader für die Saison 2016/17 - und damit so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Nachdem Hallensprecher Sven Rautenberg, der zusammen mit Geschäftsführer Sebastian Schmidt durch den Abend führte, das sagte, brandete Applaus auf. Außerdem steht mit Jakob Günthor nach wie vor ein echter Häfler im Aufgebot, zu dem auch Ex-Publikumsliebling Markus Steuerwald zählt.
 
Der hielt - na klar als Libero - ein gelbes Trikot in die Höhe, allerdings mit der "1" anstatt "seiner 13". "Das Ding stinkt noch und muss erst einmal gewaschen werden", scherzte Rautenberg, der außerdem einige Sponsorenvertreter von Zeppelin und ZF sowie des Medienpartners "Schwäbisch Media" auf der Bühne begrüßte.
 
Doch dieser Abend sollte ganz den Fans - also den "Häflern" - gehören, die sich über Freigetränke und die passende Gratis-Wurst zu den kostenlosen Fritten freuen durften. Während hier und da noch gefachsimpelt oder bereits von der Berliner Wachablösung geträumt wurde, lag das Team längst in den Federn. Am Sonntag geht's gegen die Hauptstädter an der Spree ja schon um den ersten Titel.


Montag, 30. Mai 2016

"Stadtwerk am See-Torwarttag" geht in dritte Runde

Friedrichshafen - Nach zwei erfolgreichen Auflagen im vergangenen Jahr hat sich Marcel Richter (Foto: TS), Torwarttrainer des Fußball-Landesligisten VfB Friedrichshafen, dazu entschlossen, einen dritten "Stadtwerk am See-Torwarttag" zu veranstalten.
 

Los geht’s am Sonntag, 19. Juni, auf dem VfB-Sportgelände an der Teuringer Straße 2 in Friedrichshafen ab 9 Uhr. Beim "Stadtwerk am See-Torwarttag" werden alle Interessierten im Alter von sieben bis 15 Jahren (E- bis B-Jugend) bis 16 Uhr nachmittags einzeln oder in Kleingruppen individuell geschult.

Es geht hierbei insbesondere um Grundtechniken, Koordinationsübungen, das Ball- und Passspiel sowie das richtige Stellungsspiel oder das Abwehrverhalten in 1:1-Situationen. Die Teilnahmegebühr inklusive Verpflegung und verschiedenen "giveaways" beträgt 45 Euro.

Weitere Infos und Anmeldung bei Marcel Richter per E-Mail an marcel.richter.1@web.de oder telefonisch unter der 0151/17079719.

Sonntag, 3. Mai 2015

Die Meisterschale kehrt an den See zurück!

Friedrichshafen - Die Volleyballer des VfB Friedrichshafen haben sich nach einem wahren Herzschlagfinale zum Deutschen Meister gekürt. Nach vierjähriger Abstinenz durfte das Team aus der Zeppelin- und Messestadt wieder die Schale in die Höhe stemmen (Foto: Günter Kram).
 
 
Und das nicht unverdient, denn gerade in den Spielen vier und fünf der Best-of-Five-Serie zeigte die Mannschaft von Cheftrainer Stelian Moculescu gegen den Dauerrivalen von der Spree, die Berlin Recycling Volleys, in engen Punktball-Situationen die besseren Nerven.

So gab es um 16.22 Uhr an einem verregneten Sonntagnachmittag in der ZF Arena am Bodensee kein Halten mehr - zu groß ist sie gewesen, die Last, endlich einmal wieder die Schale in den Händen zu halten. Sicherlich spielte dem VfB der Ausfall von Paul Carroll in die Karten. Doch auch die Häfler mussten in Person von Kapitän und Zuspieler Simon Tischer auf einen ganz wichtigen Mann verzichten.

In der alles entscheidenden Partie um die Titelvergabe spielten die Gastgeber in Durchgang eins ganz groß auf - es klappte einfach alles: der Aufschlag kam, die Annahme wackelte nicht und die Angriffsschläge saßen. Berlins Coach Mark Lebedew wirkte phasenweise ratlos, die Arena kochte.

Im zweiten Satz hatte der Titelverteidiger die besseren Lösungen parat, nun fiel den Häfler Volleyballern vergleichsweise nicht mehr viel ein. Doch der Herausforderer steckte nicht auf und kam in Abschnitt drei zurück - und wie. Baptiste Geiler und Martin van Garderen waren kaum zu bremsen.

Auch im vierten Satz begann der VfB Friedrichshafen stark - 3:0 und 5:2 lag man bereits vorne. Die Hauptstädter ließen sich davon jedoch nicht wirklich beeindrucken und glichen Minuten später zum 8:8-Zwischenstand aus. Fortan entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, keiner der beiden Kontrahenten konnte sich vorentscheidend absetzen.

Nachdem die Berliner Schmetterkünstler den ersten Matchball beim 23:24 noch abgewehrt hatten, nutzte der neue Deutsche Meister die zweite Chance zum 26:24-Endstand. Am Ende jubelte Friedrichshafen über einen verdienten 3:1-Erfolg (25:19, 18:25, 25:20, 26:24), der nach dem Überraschungssieg in Berlin am Donnerstag auch so in Ordnung ging.

"Wir sind besser als der FC Bayern München", stellte Kapitän Tischer beim Fanfest im Foyer der Halle mit Schale und Pokal in  der Hand fest. "Aber nicht beim Geld", grätschte ihm Trainer Moculescu dazwischen. Stimmt allerdings, denn da trennen den amtierenden Double-Gewinner vom deutschen Rekordmeister Welten.

Montag, 3. März 2014

Die "Kuhglocke" ist zurück am Bodensee

Friedrichshafen - Ausgelassen ist sie derzeit (noch), die Stimmung in der Häfler ZF Arena an der Meisterhofener Straße - und das völlig zurecht. Denn die Volleyballer des VfB Friedrichshafen haben ihre Fans, Freunde und Förderer zum Empfang in ihrer Heimspielstätte gebeten. Grund der Feierlichkeiten am Rosenmontag: der insgesamt 12. Pokaltriumph auf DVV-Ebene für den VfB.


Bei Freigetränken, heißen Würstchen und Pizza ließ es sich die VfB-Familie im Foyer der Arena gut gehen, angeführt von "König Max" (Foto: Günter Kram). Der hat(te) noch immer - oder inzwischen wieder - seine goldene Pappkrone einer benachbarten Fast-Food-Kette auf dem noch müde aussehenden Haupt. Erst gegen 5 Uhr morgens waren die Helden aus Westfalen an den See zurückgekehrt.

Zu den Klängen der Lumpenkapelle "Shakes-Bier" klatschten die Besucher begeistert Applaus, die kleinen Fans sammelten Autogramme von Kapitän Max Günthör und Co. Der 2,08 Meter lange Mittelblocker des Rekordmeisters hatte im Gerry-Weber-Stadion seine bereits sechste Kuhglocke in die Höhe gestemmt oder besser: er stemmte den DVV-Pokal bereits zum sechsten Mal im bunten Konfettiregen in die Höhe. Es wird womöglich nicht der letzte Streich von "Mäxe" gewesen sein.

Denn wenn es nach ihm, seinen Mitspielern und Geschäftsführer Jürgen Hauke geht, schon diese Saison nicht. Denn spätestens im Mai will die VfB-Familie abermals feiern - und das am liebsten mit der Schale. Die war in den vergangenen beiden Jahren stets an den gestrigen Endspielgegner nach Berlin gegangen. Eine lange, für viele "Blau-Weiße" zu lange Zeit. Doch: Die Recycling Volleys aus der Hauptstadt dürften nach dem gestrigen Fünf-Satz-Krimi mehr als nur gewarnt sein.

Mittwoch, 6. November 2013

Ein glattes 3:0 in der vernebelten ZF Arena

Friedrichshafen - Die Volleyballer des VfB Friedrichshafen haben das Siegen also noch nicht verlernt. In der CEV DenizBank Champions League schlug der VfB am Abend in der heimischen ZF Arena den türkischen Gegner Galatasaray Istanbul glatt mit 3:0 (25:16, 25:20, 25:17). Nicht einmal ein entzündetes Bengalo-Feuer der Gala-Fans brachte die Gastgeber aus dem Konzept.
 

Es geschah im dritten Satz beim Stand von 12:10 für die Hausherren, als die bis dato leidenschaftlich anfeuernde Abordnung vom Bosporus die Nerven verlor. Die rund 40 Fans starke Gruppe zündete ein Bengalo-Feuer, das die Arena in rot-gelben Rauch hüllte, der erst die Sicht vernebelte und außerdem einen beißenden Gestank hinterließ. Unbeeindruckt davon zog Friedrichshafen zur 2. technischen Auszeit auf 16:12 davon.

Nur zwei gespielte Punkte später - es stand 17:13 für die Mannschaft von Cheftrainer Stelian Moculescu - verabschiedete sich die Anzeigetafel, der einseitige Vergleich auf europäischer Ebene wurde unterbrochen. Denn zu diesem Zeitpunkt lagen Kapitän Max Günthör (Foto: Günter Kram) und Co. bereits mit 2:0 nach Sätzen vorne, waren vor allem im Aufschlag und Angriff überlegen (25:16, 25:20).

Irgendwann ging es dann doch weiter, jedoch ohne die beiden Videoleinwände in den gegenüberliegenden Ecken unter der Decke, die nicht mehr in Schwung gebracht werden konnten. Auch Galatasaray bekam trotz der unverhofften Pause keinen neuen Schwung, ganz im Gegenteil. Über 19:13 und 22:15 setzten sich die Schmetterkünstler vom Bodensee vorentscheidend ab.
 
Als Außenangreifer Valentin Bratoev erst einen Angriff zum Matchball verwandeltete (24:17), um anschließend ein Ass hinterherzuschieben, war der europäische Vergleich am "Schwäbischen Meer" beendet. Und Trainer Moculescu? Dem war die Erleichterung anzumerken, er rang - wie sonst eher selten - zunächst nach Worten. "Ich bin erleichtert, dass wir glatt mit 3:0 gewonnen haben."

Montag, 28. Oktober 2013

Haching nutzt die Schwächen des VfB eiskalt aus

Friedrichshafen - Die Bundesliga-Volleyballer von Generali Haching haben sich einen Auswärtssieg erkämpft. Beim VfB Friedrichshafen setzten sich die Gäste aus Bayern vor 2.300 Zuschauern nach 127 Spielminuten verdient mit 3:2 (25:23, 18:25, 25:22, 23:25, 15:12) durch. Und das auch, weil sie unter dem Strich weniger Fehler machten.


Es steht 13:12 im entscheidenden Tiebreak für Generali, als VfB-Zuspieler Nikola Jovovic Diagonalangreifer Ventzislav Simeonov bedient. Der aus Bulgarien stammende Italiener wird von Konstantin Shumov geblockt - 14:12 für Haching. Dieser Spielzug sollte sich noch einmal wiederholen, wieder ist Shumov im Block der Sieger und Generali Haching gewinnt das Spiel. Während sich Simeonov tief in seinem Handtuch vergräbt, jubeln die Gäste.

Coach Mihai Paduretu probierte es in der ZF Arena (Foto: Thomas Schlichte) mit Tsimafei Zhukouski im Zuspiel, Matchwinner Shumov und Ex-Häfler Marcus Böhme im Mittelblock, Ewoud Gommans und Tom Strohbach im Außenangriff sowie Simon Hirsch auf der Diagonalen - und als Libero agierte Ferdinand Tille. Kapitän Sebastian Schwarz blieb zunächst draußen.

Immer dann, wenn sich die Hausherren von Coach Stelian Moculescu die eine oder andere Schwäche im Angriff leisteten - einfach zu selten machte der VfB die Bälle "tot" - war Haching dank der Feldabwehr und über die "schnelle Mitte" zur Stelle. Zunächst noch in 19:21 in Rückstand, drehten Böhme und Co. auf und holten den ersten Durchgang mit 25:23.

Im zweiten Satz legten die Häfler Titelsammler einen Zahn zu, die Annahme erwies sich als stabil, der Aufschlag kam besser und die Angriffsschläge saßen in schönster Regelmäßigkeit. Auf der Gegenseite klappte bei Generali herzlich wenig, auch der eine oder andere Wechsel fruchtete nicht wirklich. Nach 23 Minuten hieß es folgerichtig 25:18 für Friedrichshafen.

Den dritten Satz machte Marcus Böhme mit einem krachenden Ass zum 25:22-Endstand zu, beide Mannschaften hatten zuvor mehrfach taktisch und personell umgestellt. Diese Maßnahmen schadeten dem nun wieder druckvolleren Spiel der bayrischen Schmetterkünstler nicht - ganz im Gegenteil. Und das, obwohl erneut eher der VfB den Ton angegeben hatte.

Im vierten Abschnitt hatte zunächst Generali Haching den besseren Start, holte erst einen Rückstand auf, um dann sogar mit 12:9 in Führung zu gehen. In der Schlussphase jagte erst Gommans das Spielgerät beim 23:23-Zwischenstand ins Aus und dann ging zudem der Blockversuch der Hachinger daneben. 25:23 für den VfB - es ging in den alles entscheidenden fünften Satz.

Dienstag, 30. Juli 2013

"Sportlich haben wir nochmals an Qualität gewonnen"

Friedrichshafen - Mit seinen fast 29 Jahren (Geburtstag am 6. August 1984) gehört er zu den erfahrensten Spielern im Profikader des VfB Stuttgart und möchte mit seinem Klub in der 1. Fußball-Bundesliga besser abschneiden als in der Vorsaison mit Rang zwölf. Wie? Das hat VfB-Stürmer Vedad Ibišević (Foto: TS) am Rande eines Testspiels im Häfler Zeppelin-Stadion Thomas Schlichte erklärt.


Vedad, Sie gehören zu den erfahreneren Spielern im Team. Was geben Sie an die „Jungen“ weiter?

Vedad Ibišević: Man versucht natürlich immer wieder, ihnen Tipps zu geben. Es ist sehr wichtig, Erfahrungen weiterzugeben. Auch ich habe als junger Spieler davon profitiert.

Welchen Eindruck machen die Neuzugänge auf Sie?

Ibišević: Einen sehr positiven. Sportlich haben wir dadurch nochmals an Qualität gewonnen. Und es sind zudem noch gute Typen, die richtig gut in unser Team passen.

Freuen Sie sich schon auf den Saisonstart?

Ibišević: Ja klar, darauf arbeitet man hin. Nächste Woche startet die Qualifikation zur Europa League mit einem Spiel in Bulgarien, dann geht es zum Pokalauftakt gleich weiter in Berlin. Da wollen wir gut reinkommen.

Und mit welchen persönlichen Zielen gehen Sie in die neue Spielzeit?

Ibišević: Es stehen nicht die persönlichen Ziele im Vordergrund, sondern dass wir als Mannschaft vor allem in der Bundesliga besser abschneiden als in der vergangenen Saison. Dafür arbeiten wir momentan akribisch und vor allem intensiv.

Im Juni schrammten Sie nur knapp am Pokalsieg vorbei. Klappt’s 2014 mit einem Titel?

Ibišević: Das wäre schön. Wenn man so nahe an einem Titel dran ist, dann will man ihn auch holen. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht, deshalb wird das auch in dieser Spielzeit nicht einfach.

Fühlen Sie sich wohl hier in der Bodensee-Region?

Ibišević: Wir hatten auch im vergangenen Jahr im Rahmen der Vorbereitung ein Freundschaftsspiel in Friedrichshafen. Leider bleibt da aber keine Zeit, um sich die Bodensee-Region genauer anzuschauen. Vielleicht klappt das ja in Zukunft mal.

Vielen Dank für Ihre Zeit und alles Gute für die neue Saison!

Sonntag, 28. Juli 2013

VfB Stuttgart behält in großer Hitze kühlen Kopf

Friedrichshafen - "36 Grad und es wird noch heißer" ist der Beginn eines berühmten Hits des Berliner Elektropop-Duos "2Raumwohnung". Diese Textzeile dürfte dem einen oder anderen Akteur des VfB Stuttgart sowie den Spielern des türkischen Erstligisten Akhisar Belediyespor in den Sinn gekommen sein, als sie das Häfler Zeppelin-Stadion zu einem Testspiel vor 1.000 Zuschauern betraten.


Entsprechend gemählich ging es auf dem Platz zu - und das nicht nur, weil auf beiden Seiten der eine oder andere Leistungsträger verletzt passen musste oder vorbeugend geschont wurde. Insbesondere auf Theofanis "Fanis" Gekas im Trikot von Akhisar warteten die türkischen und deutschen Fans vergeblich. Dafür dürfte dem einen oder anderen Tribünengast der Spieler mit der Nummer 26 bekannt vorgekommen sein.

Der hört auf den Namen Alessandro Riedle und wurde kurz vor Spielende eingewechselt. In der Saison 2009/10 stand der Sohn von Weltmeister Karl-Heinz bei den Schwaben unter Vertrag und kam beim Jubiläumsspiel des VfB Friedrichshafen zum 100-jährigen Beistehen zum Einsatz. Anschließend zog es ihn zurück zu den Grashoppers nach Zürich, bevor er sein Glück in Bellinzona versuchte.

"Sein Glück vergeblich" versuchte hingegen Tamas Hajnal in der 85. Minute, als er einen gefühlvoll getretenen Freistoß erst ans linke und von dort ans rechte Lattenkreuz setzte. Ein seltenes Kunststück, das dem großen Effet der runden Plastikkugel geschuldet war. Zu diesem Zeitpunkt war der sprichwörtliche Käse längst gegessen, Akhisar Belediyespor hatte insgesamt neunmal gewechselt.

Beim VfB vermied Coach Bruno Labbadia das muntere Wechselspiel, er veränderte positionsgetreu. Lohn war das größere Chancenplus, das zu zwei Toren durch Antonio Rüdiger (37., Foto: Thomas Schlichte) und VfB-Youngster Timo Werner (80.) führte. Denn der Test am Bodensee war gleichbedeutend mit der Generalprobe für das Hinspiel in der Europa League. Da muss Stuttgart in Burgas ran - und zwar schon am Donnerstag.

Freitag, 26. Juli 2013

Kann Theofanis Gekas den VfB Stuttgart ärgern?

Friedrichshafen - Vor dem Fußball-Testspiel zwischen dem VfB Stuttgart und Akhisar Belediyespor (Samstag, 27. Juli, 18 Uhr, Zeppelin-Stadion) ist beim VfB vieles neu. In Bernd Wahler gibt's einen Nachfolger für Gerd Mäuser für das Präsidentenamt, zudem wurde die Rückkehr zum alten Wappen mit dem Gründungsjahr „1893“ ab der Saison 2014/15 beschlossen.


„Zurück zu den guten alten Zeiten“ könnte also das Motto des schwäbischen Traditionsvereins lauten. Denn auch die Mannschaft wurde trotz angespannter finanzieller Situation prominent verstärkt. Neuzugänge wie beispielsweise Daniel Schwaab, Moritz Leitner, Konstantin Rausch oder Mohammed Abdellaoue stießen hinzu. Es soll eben mehr werden, als der 12. Platz im abgelaufenen Spieljahr der 1. Bundesliga.

Dass das Team von Trainer Bruno Labbadia erneut für die UEFA Europa League antritt, sorgt für hohe Erwartungen – und das nicht nur bei der treuesten Fans aus Bad Cannstatt. Warum? Es stehen bereits fünf Deutsche Meisterschaften und drei DFB-Pokalsiege auf der Habenseite. Kommen wir zum türkischen Gegner aus Akhisar.

Dessen in Deutschland bekanntester Profi war einst BL-Torschützenkönig für Bochum, sicherte seinem aktuellen Klub mit seinen Treffern den Klassenerhalt und heißt Theofanis "Fanis" Gekas. Der griechische Stürmer, der unter anderem für Frankfurt (Foto: dpa) auflief, und seine Kollegen bereiten sich gerade nahe München auf den Saisonstart vor.

Zur Information: Die Tickets für das Testspiel zwischen Stuttgart und Akhisar kosten zwischen sechs und 20 Euro – je nach Kategorie. Sie sind bei Trends & Co. Sport in Friedrichshafen (Paulinenstraße) zu bekommen. Weitere Karten gibt‘s an den Abendkassen.

Sonntag, 2. Juni 2013

Das erste "Triple" der FCB-Geschichte ist perfekt

Berlin - Der FC Bayern München hat seine Rekordsaison gekrönt. Dank des hart erkämpften 3:2-Erfolges im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart sicherte sich der Rekordmeister das geschichtsträchtige Triple. Das hatte zuvor nicht einmal die sagenhafte Elf um Franz "Kaiser" Beckenbauer in den 1970er Jahren geschafft.


Um exakt 22:11 Uhr Ortszeit war es im Berliner Olympiastadion soweit, als FCB-Kapitän Philipp Lahm den goldenen Pokal in die Höhe reckte. Seine Mitspieler tanzten und jubelten im gleichfarbigen Konfettiregen, als wäre es der erste Titel nach Jahren gewesen (Foto: dpa). Dabei durfte sich der FC Bayern vergangenen Samstag über den Champions League-Sieg und eine Woche zuvor über die Meisterschale freuen.

Es war und ist exakt diese Freude oder dieser Hunger, der die "Roten" von der Isar auszeichnete - diese Gier nach Titeln. Dabei war der VfB nicht weniger entschlossen, insbesondere Martin Harnik ging giftig und körperbetont zur Sache. Und das von Anfang an, als die Bayern - wie schon gegen Borussia Dortmund - nicht richtig bei der Sache waren. Folgerichtig hatten die Schwaben zwei riesige Möglichkeiten.

So zum Beispiel in der 22. Minute, als Manuel Neuer gleich zweimal überragend parierte. Eine Viertelstunde später brachte Ibrahima Traoré den mutig in den Strafraum marschierenden Lahm zu Fall - Elfmeter. Thomas Müller zeigte keine Nerven und verlud den machtlosen Sven Ulreich im VfB-Tor (37.). In dieser Phase wurde der Favorit stärker, Franck Ribéry und Arjen Robben rissen das Spiel an sich. Im Sturmzentrum bekam überraschend Mario Goméz den Vorzug vor Mario Mandzukić - mit Recht.

Denn in der 48. und 61. Minute war der Torjäger zur Stelle und machte das, was er am besten kann - einnetzen. Da war die Partie eigentlich entschieden. Bis, ja bis der FC Bayern München nur noch für die Galerie spielte und den VfB Stuttgart teils vorführen wollte. Das ließen sich Harnik und Co. nicht gefallen und gingen auf Risiko. Dieser Offensivdrang sollte sich lohnen, denn Martin Harnik traf gleich doppelt (71., 80.). Doch am Ende schaukelte die Heynckes-Elf das spannende Spiel souverän nach Hause.

Dienstag, 7. Mai 2013

Der VfB verpasst alle seine hoch gesteckten Ziele

Friedrichshafen - Um exakt 20.26 Uhr ist sie am vergangenen Sonntagabend beendet gewesen, die "Titeljagd 2013" des VfB Friedrichshafen in der Volleyball-Bundesliga. Und das erfolglos, schließlich jubelte vor 3.300 Zuschauern in der ZF Arena der neue und alte deutsche Meister, die Berlin Recycling Volleys, nach einem Fünf-Satz-Krimi (23:25, 22:25, 25:23, 25:22, 11:15) mit der Schale in der Hand. 
 

Und das nicht unverdient, schließlich holten die Gäste aus der Bundeshauptstadt im entscheidenden Tiebreak sogar noch einen 5:9-Rückstand auf und verhinderten somit ein mögliches Entscheidungsspiel in der heimischen Max-Schmeling-Halle (Foto: dpa). Sehr zur Freude von BRV-Manager Kaweh Niroomand, der während der Durchgänge drei und vier gefühlte fünf Herzinfarkte gehabt haben musste.

"Ich glaube nicht, dass meine Mannschaft den 2:2-Ausgleich nach Spielen verkraftet hätte", sagte der inzwischen mit Bier geduschte Manager. Könnte gut sein, schließlich wackelte der Ttitelverteidiger am Bodensee nicht nur einmal, der titelhamsternde "Abo-Meister" der vergangenen 15 Jahre kam immer wieder zurück. Und das, obwohl er auch im dritten Abschnitt (6:1, 16:10) beinahe erneut alles verspielte.

Das wäre typisch für die durchwachsene Saison des VfB Friedrichshafen gewesen, der auch in der Normalrunde, der Champions League (Vorrunden-K.O.) sowie dem DVV-Pokal (Aus im Viertelfinale gegen Düren) mehr Tiefen als Höhen gezeigt hatte. Dass das Team von Cheftrainer Stelian Moculescu es überhaupt ins Finale der Meisterschaft geschafft hatte, war bereits eine kleine Überraschung. 

Nun gilt es, sich nach der ersten Saison ohne Schale oder Pokal in den vergangenen 15 Jahre neu aufzustellen - und das in vielen Bereichen. "Wir müssen versuchen, mit intelligentem Scouting und Spielerverpflichtungen im nächsten Jahr wieder vorne zu sein", betonte VfB-Geschäftsführer Jürgen Hauke. Klingt nach einem guten Plan, nachdem in dieser Spielzeit - erstmals in der "Ära Moculescu" - die Mischung nicht richtig gepasst hatte.